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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Geschichtliches  über  einige  Seelenzustände  und  Leidenschaften.  301

Nachdem  Tschin-schi'ng  zum  Könige  erhoben  worden,  besuchten
ihn  der  Vater  und  der  ältere  Bruder  seiner  Gattin.  Sching  behandelte
sie  wie  die  Schaar  der  Gäste.  Er  senkte  längere  Zeit  die  Arme,  ohne
sich  zu  verbeugen.  Er  fügte  im  Umgänge  mit  ihnen  nichts  hinzu.  Der
Vater  seiner  Gattin  zürnte  und  sprach:  Du  verlässest  dich  auf  die
Unordnung,  massest  dir  den  Titel  an  und  bist  stolz  gegen  Ältere.  Du
bist  nicht  im  Stande,  es  lange  zu  treiben.  —  Er  entfernte  sich,  ohne
Lebewohl  zu  sagen.
Der  König  vonTschin  liess  sich  auf  die  Knie  nieder  und  geleitete
ihn,  doch  jener  blickte  nicht  zurück.  Der  König  war  im  Herzen
beschämt  *)•

Kuan  -  tschung  erkrankte.  Fürst  Hoan  fragte  ihn,  wen  man
mit  der  Verwaltung  des  Reiches  betrauen  könne.  Kuan-tschung
sprach:  Man  kann  Sl-peng  dazu  bestimmen,  aber  man  muss  Yiya,
  Schü-tao  und  ihres  Gleichen  sämmtlich  vertreiben.  —  Kuantschung
  starb  und  man  verbannte  sie  sämmtlich.  Allein  an  den
Speisen  war  kein  Wohlgeschmack,  in  dem  Palaste  keine  Einrichtung, ­
  an  dem  Hofe  kein  Ansehen,  und  nach  drei  Jahren  rief  sie
der  Fürst  zurück.
Der-  Fürst  erkrankte.  Tschang  -  tschi  -  wu  folgte  ihm  in  das
Innere.  Als  er  austrat,  sprach  er:  Der  Fürst  wird  an  einem
gewissen  Tage  verscheiden.  —  Yl-ya  und  Schü-tao  erregten  in
Gemeinschaft  Aufruhr.  Sie  versperrten  das  Thor  des  Palastes,
bauten  eine  hohe  Mauer  und  Hessen  die  Menschen  nicht  verkehren. ­

Ein  Weib  stieg  über  die  Ringmauer,  trat  ein  und  gelangte
zu  dem  Aufenthaltsorte  des  Fürsten.  Der  Fürst  sprach:  Ich  will
Speise  haben.  —  Das  Weib  sprach:  Ich  kann  nichts  erlangen.  —
Um  die  Ursache  gefragt,  antwortete  sie:  Tschang  -  tschi  -  wu
hat  in  Gemeinschaft  mit  Anderen  Aufruhr  erregt.  Sie  versperrten
das  Thor  des  Palastes,  bauten  eine  hohe  Mauer  und  lassen  die
Menschen  nicht  verkehren.  Aus  diesem  Grunde  kann  ich  nichts
erlangen.
            
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