Geschichtliches über einige Seelenzustände und Leidenschaften. 301
Nachdem Tschin-schi'ng zum Könige erhoben worden, besuchten
ihn der Vater und der ältere Bruder seiner Gattin. Sching behandelte
sie wie die Schaar der Gäste. Er senkte längere Zeit die Arme, ohne
sich zu verbeugen. Er fügte im Umgänge mit ihnen nichts hinzu. Der
Vater seiner Gattin zürnte und sprach: Du verlässest dich auf die
Unordnung, massest dir den Titel an und bist stolz gegen Ältere. Du
bist nicht im Stande, es lange zu treiben. — Er entfernte sich, ohne
Lebewohl zu sagen.
Der König vonTschin liess sich auf die Knie nieder und geleitete
ihn, doch jener blickte nicht zurück. Der König war im Herzen
beschämt *)•
Kuan - tschung erkrankte. Fürst Hoan fragte ihn, wen man
mit der Verwaltung des Reiches betrauen könne. Kuan-tschung
sprach: Man kann Sl-peng dazu bestimmen, aber man muss Yiya,
Schü-tao und ihres Gleichen sämmtlich vertreiben. — Kuantschung
starb und man verbannte sie sämmtlich. Allein an den
Speisen war kein Wohlgeschmack, in dem Palaste keine Einrichtung,
an dem Hofe kein Ansehen, und nach drei Jahren rief sie
der Fürst zurück.
Der- Fürst erkrankte. Tschang - tschi - wu folgte ihm in das
Innere. Als er austrat, sprach er: Der Fürst wird an einem
gewissen Tage verscheiden. — Yl-ya und Schü-tao erregten in
Gemeinschaft Aufruhr. Sie versperrten das Thor des Palastes,
bauten eine hohe Mauer und Hessen die Menschen nicht verkehren.
Ein Weib stieg über die Ringmauer, trat ein und gelangte
zu dem Aufenthaltsorte des Fürsten. Der Fürst sprach: Ich will
Speise haben. — Das Weib sprach: Ich kann nichts erlangen. —
Um die Ursache gefragt, antwortete sie: Tschang - tschi - wu
hat in Gemeinschaft mit Anderen Aufruhr erregt. Sie versperrten
das Thor des Palastes, bauten eine hohe Mauer und lassen die
Menschen nicht verkehren. Aus diesem Grunde kann ich nichts
erlangen.