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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Geschichtliches  über  einige  Seelenzustände  und  Leidenschaften.

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Yen-tse  schlug  sich  auf  die  Hüfte,  blickte  zum  Himmel  empor
und  lachte  laut.  Er  sprach:  Welch’  eine  Freude  ist  das  Trinken  des
heutigen  Tages!
Der  Fürst  zürnte  und  sprach:  Warum  lachst  du?
Jener  antwortete:  Der  feige  Landesfürst  ist  ein  einziger,  der
schmeichelnden  Diener  sind  drei.  Desswegen  lachte  ich  laut.
Der  Fürst  schämte  sich  und  sprach  von  etwas  anderem  •)•

Ki-tseliä  entfernte  sich  ausSiü  und  kehrte  heim.  Als  er  auf  dem
Wege  wandelte,  begegnete  er  einem  Manne,  der  im  fünften  Monate
des  Jahres  in  einen  Pelz  gekleidet  war  und  Brennholz  sammelte.  Zur
Seite  des  Weges  befand  sich  ein  herabgesunkenes  goldenes  Gefäss.
Ki-tschä  sah  es.  Plötzlich,  ohne  sich  zu  besinnen,  wendete  er  sich
zurück  und  sprach  zu  dem  Holzleser:  Komm  und  nimm  dieses  Gold.
Der  Holzleser  sprach:  Warum,  o  Gebieter,  ist  dein  Beginnen
hoch?  Warum  ist  dein  Blick  nach  unten  gerichtet?  Ich  trage  im
fünften  Monate  des  Jahres  einen  Pelz  und  sammle  Brennholz.  Sollte
ich  da  einer  sein,  der  das  Gold  aufliest?
Ki-tschä  schämte  sich  bei  dieser  Rede.  Er  stieg  von  dem  Wagen,
bezeigte  dem  Manne  seine  Hochachtung  und  sprach:  Warum  sind
deine  Kleider  gemein,  deine  Worte  aber  zierlich?  Wie  lautet  dein
Geschlechtsname?
Der  Holzleser  sprach:  Ein  oberflächlich  beobachtender  Kriegsmann, ­
  wozu  brauchte  man  diesem  den  Geschlechtsnamen  und  den
Jünglingsnamen  zu  sagen?
Ki-tschä  zeigte  in  seiner  Miene  Beschämung 2 ).

Das  Heer  von  U  drang  in  Ying.  Nachdem  Kö-liü  eine  Gemahn
genommen,  gelangte  er  wieder  zu  Pe-ying.  Pe-ying  ist  die  Tochter
des  Fürsten  Khang  von  Thsin,  die  Gemalin  des  Königs  Ping,  die
Mutter  des  Königs  Tschao.  Pe-ying  hielt  in  der  Hand  ein  blosses
Schwert  und  sprach:  Ich  habe  gehört:  der  Himmelssohn  ist  das
Wahrzeichen  der  Welt.  Die  Lehensfürsten  sind  das  Vorbild  eines

*•)  Der  Frühling-  und  Herbst  Yen-tse’s.
2 )  Der  Frühling-  und  Herbst  von  U  und  Yue.
            
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