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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Darstellung  der  altmailändisehen  Mundart  nach  Bouvesin's  Schriften.

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Allgemeine  Bemerkungen  über  die  Conjugatlon.
94.  Die  Anlehnung  an  das  Lateinische  ist  oft  noch  grösser  als
im  Italienischen.  So  in  der  1.  Plur.  Praes.  Ind.,  in  der  1.  und  3.
Sing,  und  3.  Plur.  Praes.  Conj.  der  I.  Conjug.,  im  Auslaute  der  2.
Sing.  Imper.  der  II.  Conjug.  und  der  I.  Sing.  Impf.  Conj.
93.  Das  -e  der  1.  Sing.  Pfct.  in  der  I.  Conjug.  ist  aus  -avi  ai,
wie  im  Spanischen  und  Französischen,  -omo  wohl  aus  -avimus,
nv’mus,  aümus.  Schön  ist  die  Unterscheidung  zwischen  Praes.  lud.
und  Imper.:  speramo  und  cantemo.  Letztere  Form  entspricht  wohl
dem  lat.  Conj.,  und  daher  darf  man  für  die  entsprechende  Flexion
im  Conj.  ebenfalls  -emo  annehmen  ').
Die  I.  Plur.  wird  auch  dadurch»  gebildet,  dass  das  auslautende
m  in  der  Form  um  dem  Verbum  vorangeht.  Die  vorhandenen  Beispiele ­
  sind  folgende:  um  sc  J  121,  um  era  D  CS7,  um  fe  D  390,
um  s,ia  E  119,  um  venia  E  228,  um  devesse  D  26,  um  fosse  D  29,
um  poesse  D  29  I.
96.  Die  2.  Sing,  begünstigt  den  Ausgang  -i,  so  dass  -as  -es  im
Praes.  Ind.,  -bas  im  Impf.  Ind.,  -es  -as  im  Praes.  Conj.  und  -ses
im  Impf.  Conj.  sich  dieser  Endung  anbequemen  2 ).  Im  Imper.  dagegen
finden  wir  das  lat.  e  von  time  und  lege  nicht  blos  in  der  II.,  sondern
auch  in  der  III.  (=  lat.  IV.)  Conjug.;  daneben  macht  sich  schon  in
der  II.  auch  i  geltend:  ardhi  E  14,  habli  sapli.  Das  i  des  Auslautes
modificirt  dann  einzelne  Flexionen  der  II.  Conjug.  «):  im  Impf.  Ind.
wird  -ebas  evi  zu  -ivi,  im  Perfecte  -e[vijsti  esti  essi  zu  -issi,  im
Impf.  Conj.  -e[vi]sse[s]  esse  essi  ebenfalls  zu  -issi.  Nicht  anders  im
Plurale  des  Perfectes  (e[vi]sti[s]  —  issi)  und  aller  Wahrscheinlichkeit ­
  nach  auch  des  Impf.  Conj.:  e[vijssetis  es'tis  essi  issi.  Dass
übrigens  in  unserem  Denkmale  für  fast  alle  Formen  der  2.  Plur.
Belege  fehlen  ist  recht  bedauernswert!).  Im  Praes.  Ind.  der  II.  Conjug.
wird  diese  Flexion  i  gelautet  haben,  d.  h.  etis  edi  i[di]  l;  dafür
spricht  der  Imper.  recivi  und  mit  voller  Form  metidhi,  dann  das
Futurum  prender-l  (-i  aus  avi  und  dieses  aus  avi  di  =  habetis).
Die  Imperativform  mangei  B  838  dürfte  man  auch  für  das  Praes.

*)  Allerdings  findet  man  B  849  se  tu  voi  ke  nu  mangiamo;  wir  werden  aber  Bald
sehen,  dass  der  Conj.  der  I.  Conj.  oft  -a  bietet,  wo  man  -e  erwarten  würde.
2 )  Vereinzelt  kommt  tu  udovre  E  214  vor.
*).  Über  den  Einlluss  auf  den  Stamm  siehe  99.
            
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