266
P f i z m a i e r
schickte er das Weib fort. Das Weib, im Begriffe fortzugehen, fragte,
was sie verbrochen habe. Der Mann sprach: Ich habe neulich die
vornehme Frau gesehen. Sie hat in Folge des Einflusses der Jahre
abgenommen lind ist mit den Tagen von ehedem nicht zu vergleichen.
Ich fürchtete, dass die junge Frau ebenfalls alt werden und später
wieder so aussehen könne. Desswegen schickte ich sie fort. Ich habe
wirklich keine andere Ursache i).
Wang-tschang-wen führte den Jünglingsnamen Te-tsiuen. Er
hatte die Gesichtsbildung des Himmels, war scharfsinnig und aufgeweckt.
Er untersuchte Elternliebe und Uneigennützigkeit und brachte
diess nicht zu Stande. Sofort stellte er sich dumm. Er trug einst
hochrothe Kleidung und Mütze, führte an einem Stricke ein Schwein
und ging auf den Markt. Die Bettler sprachen mit ihm, er aber that,
als ob er sie nicht hörte. Er ritt gewöhnlich auf einem Rinde und
schweifte rings umher 2).
Hoan, Fürst von Tsi, verfolgte auf der Jagd einen Hirsch und
gelangte in ein Thal. Er sah daselbst einen Greis, den er fragte:
Was für ein Thal ist diess? — Der Greis antwortete: Es ist das
Thal des dummen Mannes und man benennt es nach mir. Ich hielt
mir einst eine Kuh und diese warf ein Kalb. Ich verkaufte es theuer
und kaufte dafür ein Pferd. Die jungen Leute sprachen: Eine Kuh
kann kein Pferd gebären. — Hierauf nahmen sie das Füllen und entfernten
sich. Die Nachbarn meines Hauses hielten mich für dumm.
Desswegen nannten sie es das Thal des dummen Mannes s).
Feigheit.
Jin-tsiang war arm an Kraft, zwergartig, schwach und von
Seele leig wie ein Igel. Wenn er eine Elster sah, getraute er sich
nicht, ihr entgegenzutreten 4 ).
1 ) Aus dem Walde des Lachens.
3 ) Aus den Denkwürdigkeiten des Reiches Hoo-yang.
Ans dem Garten der Gespräche.
Aus dem W’alde der Verwandlungen von Tsiao-kung.