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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Geschichtliches  über  einige  Seeienzustände  und  Leidenschaften.  26t

Lieu-I-khi  wurde  zum  Lehensfürsten  des  Districtes  Ying-tao
ernannt.  Derselbe  war  thöricht,  gemein  und  besass  keine  Kenntnisse.
Er  wurde  immer  von  Jui,  dem  Könige  von  Schi-hing,  und  dessen
Brüdern  zum  Besten  gehabt.  Jui  sagte  gewöhnlich  zu  I-khi:  Lö-ssehung
  sagt  in  seinem  Gedichte  :
In  Ying-tao  gibt  es  kein  edles  Herz.
Welche  Absicht  kann  er  haben,  dass  er  den  sich  stützenden
Vater  auf  diese  Weise  quält?
I-khi  sprach  :  Die  untergeordneten  Obrigkeiten  haben  anfänglich
Sse-hung  nicht  gekannt.  Warum  werde  ich  plötzlich  gequält 1 )?

Schi-schao  war  einer  der  Brüder  des  früheren  Mannes  von  dem
Geschlechte  Schi»).  Als  der  frühere  Mann  von  dem  Geschlechte
Sein  zu  Ansehen  gelangt  war,  befand  sich  Schao  bei  dem  Kriegsheer, ­
  war  aber  nicht  im  Stande,  es  weiter  zu  bringen.  Die  Menschen
geleiteten  ihn  zu  dem  früheren  Manne  von  dem  Geschlechte  Schi.
Der  frühere  Mann  von  dem  Geschlechte  Schi  bedauerte  ihn  und  ernannte ­
  ihn  zu  einem  die  Macht  begründenden  Heerführer.  Da  Schao
weder  Fähigkeiten  noch  Kraft  besass,  unterstützte  er  ihn  jedesmal,
wenn  er  ihn  für  eine  hohe  Stelle  erwählte  oder  ihn  einschob.  Er
freite  für  ihn  um  die  Tochter  des  älteren  Bruders  Lieu-tien’s  von
Kuang-tschuen.  Schao  hatte  davor  die  grösste  Furcht.  Man  ernannte
ihn  zum  Statthalter  von  Tschang-lö  und  hiess  ihn  die  Obrigkeiten
leiten.  So  oft  er  in  das  Thor  trat,  gerieth  er  in  Aufregung  und
nannte  die  auf  das  Geschlecht  Lieu 3 )  sich  stützende  Belehrung
möglich  oder  unmöglich.  Die  Zeitgenossen  sangen  auf  ihn  ein  Lied 4 ).

Das  Buch  Tschö-tse  sagt:
Der  Dumme  sagt  nicht,  dass  er  dumm  ist,  aber  die  Dummheit
zeigt  sich  in  den  Worten.  Sollte  sich  der  Dumme  auch  verständig
nennen,  die  Menschen  nennen  ihn  doch  dumm.

1 )  Aus  dem  von  Tschin-yö  verfassten  Buche  der  Sung.
2 )  Schi-Ii,  zu  den  Zeiten  der  westlichen  Tsin  ein  Heerführer  von  Han,  nannte  sich
später  König  von  Tschao.
8 )  Die  Beherrscher  von  Han  waren  von  dem  Geschlechte  Lieu.
4 )  Aus  dem  Buche  der  Tschao.

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