Geschichtliches über einige Seeleiuusliinde und Leidenschaften. 2I>7
streuen und die Thören mit Ohren zu versehen. Zu seiner Zeit sagte
man von ihm, dass er ein Eifersuchtsnarr sei •).
In der Nacht Reis kaufen, ist ein Ausdruck des gemeinen
Lehens. Diejenigen, welche auf dem Markte kaufen, müssen sich
am hellen Morgen auf den Weg machen. Am Mittag vertauschen sie,
was sie haben. Zur Zeit des Abends machen sie sofort ein Ende.
Dass es aber eine Narrheit ist, in der Nacht Reis zu kaufen, braucht
nicht erst erläutert zu werden s ).
Der älteste Vermerket 1 von dem Geschlechte Wang 3 ) bewarb
sich in Tung-yang. Der das Kriegsheer Beruhigende'*) mochte ihn
nicht verwenden. Der Mann des Geschlechtes Wang erkrankte später,
seine Krankheit verschlimmerte sich, und er war im Sterben. Der
das Kriegsheer Reruhigende war traurig und sprach seufzend: Ich
werde Tschung-tsu hierher auf dem Rücken tragen. — Hierauf gab
er Befehl, ihn zu verwenden. Der älteste Vermerket 1 sprach : Die
Menschen sagen, dass der König von Kuei-ki 3 ) närrisch ist«).
Jin-yö führte den Jünglingsnamen Tschang-nien. In seiner
Jugend hatte er einen sehr guten Namen. Als er über den Strom
setzte, verlor er die Urtheilskräft. Wenn er etwas trank, fragte er die
Menschen, ob esThee oder Blüthen seien. Wenn er es merkte, drückten
seine Züge Verwunderung aus. Er erklärte sich jetzt und fragte im
Gespräche, ob das Getränk heiss oder kalt sei. Er ging einst einem
Sarge nach. Unter dem Einkehrhause besann er sich, vergoss
Thränen und klagte. Der Reichsgeltilfe von dem Geschlechte Wang
hörte dieses und sprach: Dieser leidet an der Narrheit des Gefühls 7 ).
*) Aus dem Buche der Thang.
2 ) Fung-so^thung (die Durchwege der Sitten und Gewohnheiten).
3 ) Wang-mung führte den Jünglingsnamen Tschung-tsu.
4 ) Kaiser Tai-tsung Kien-wen von Tsin war früher der das Kriegsheer beruhigende
grosse Heerführer.
5 ) Kien-wen, König von Kuei-ki, hatte sein Lehen schon früher erhalten.
8 ) Aus dem Buche Ko-tse.
7 ) Aus den Gesprächen des Zeitalters.