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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

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Bolz!)

handen  gekommen  sei.  Jedenfalls  ist  zu  bedauern,  dass  in  der  3.  Pers.’
beider  Zahlen  die  Formen  von  vess  und  ave  gleich  lauten.
Keine  Schwierigkeit  bietet  dagegen  die  Erklärung  einer  Erscheinung ­
  dar,  welche  wir  schon  hei  sem  hätten  berühren  sollen,
was  wir  aber  aus  dem  Grunde  nicht  gethan  haben,  weil  in  jener
Form  der  Dialekt  der  Schriftsprache  folgt,  nämlich  der  Suffixe.  Das  m
als  Pron.  der  1.  Pers.  des  Plur.  hat  sowohl  das  Griechische  (esmen)
  als  das  Lateinische  ([e]-s-u-mus)  mit  dem  Sanskrit^"/"«]s-mas)
gemein.  Hier  aber  finden  wir  als  Suffixe  die  dem  Dialekte  gemeinschaftlich ­
  mit  der  Schriftsprache  eigenen  Pronomina,  da  im  t  (welches ­
  an  die  Stelle  des  s  [sanskr.  ds-i-s,  lat.  er-a-s\  getreten  ist)
von  sevet  das  Pron.  der  2.  Pers.  des  Sing,  (t-uj  nicht  zu  verkennen
ist,  und  das  f  von  sevef  als  eine  Verstärkung  des  Pron.  der  2.  Pers.
des  Plur.  (v-oi)  angesehen  werden  dürfte.
4.  Die  gallo-italischen  Dialekte  haben  das  mit  dem  Wiener
gemein,  dass  sie  die  Formen  des  Pass,  rimoto  (fui,  ec.)  nicht  gebrauchen. ­
  Nur  in  älteren  Liedern  kamen  dieselben  hie  und  da  vor  *).
5.  Im  Fut.  weicht  der  Dialekt  von  der  Schriftsprache  darin
ab,  dass
a)  das  d  von  sarö  (aus  (e)s-er-lio  gebildet)  folgerecht  zum  6
wurde,  weil  der  Erstere  ho  statt  ho  hat;
b)  das  ai  von  sarai  ein  e  (ai=e)  gab;  endlich
c)  dass  das  geschlossene  e  von  sarete  vom  lautverwandten  i
verdrängt  wurde.
6.  Der  Imper.  und  das  Präs,  des  Conjunct.  geben  keinen  Anlass ­
  zu  irgend  einer  Bemerkung,  wohl  aber  das  Imperf.  Conj.  Weit  entfernt, ­
  das  i  vom  lat.  fuissem,  wie  die  Schriftsprache  fallen  zu  lassen
(fossi),  wodurch  die  Betonung  auf  das  vorangehende  o,  welches
an  die  Stelle  des  u  trat,  versetzt  wird,  hält  der  Dialekt  die  Tonlage
auf  das  i,  beziehungsweise  auf  das  e  fest,  und  schiebt,  um  das  Zusammentreffen ­
  des  ü  mit  dem  e  zu  vermeiden,  ein  d  ein.
Bei  dem  Condiz.  könnte  beim  ersten  Anblicke  befremden,  dass
das  Suffix  f,  welches,  wie  bereits  oben  angedeutet  wurde,  bei  der
2.  Pers.  des  Plur.  dem  betreffenden  Pron.  entspricht,  hier  auch  bei
der  1.  und  3.  Pers.  des  Sing,  erscheint.  Das  verschiedene  Wesen

1 )  Quand  ch'el  fü  allamattina.  Ganz.  pop.  com.  II  falso  pellegrino.
            
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