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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Keltische  Forschungen.

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Was  aber  die  Behauptung  betrifft,  dass  der  im  Verbrüderungsbuch
  eingeschriebene  Heran  —  Conain  sei,  so  lässt  bei  genauer
Kenntniss  der  irischen  Namen  sich  nicht  verkennen,  dass  in  ihr  eine
Willkür  liegt,  die  in  den  „Erläuterungen“  des  Herrn  v.  Karajan
leider  nicht  vereinzelt  dasteht.
Der  Name  Heran  erscheint  in  der  Form  daran  als  Heiligenname ­
  fünfzehnmal  im  Martyr.  Dungal.  Drei  dieser  Heiligen  werden
als  Bischöfe,  zwei  als  Äbte  bezeichnet.  Unter  diesen  scheinen  am
hervorragendsten  zu  sein  darein  of  Saighir,  bishop  and  confessor
(Mart.  5),  der  nach  Usher  1.  c.  p.  410  um  das  Jahr  352  geboren
wurde,  und  darein  abbot  of  Cluain-mic-Nois  (Sept.  9),  welcher  im
Jahre  548  gestorben  ist.  Da  aber  durch  die  Namen  Heran,  Columban
  und  Conomblo  (Genitiv  von  ConomhaiV)  die  Beihe  der  Äbte  zu
Hy  nach  Adomnan,  gestorben  im  Jahre  717,  im  Verbrüderungsbuche
unterbrochen  ist,  so  dürfte  die  Annahme  gerechtfertigt  sein,  dass  der
Tod  jenes  Keran  und  Columban 1 ),  wie  der  des  Conomhail 2 )  in  die
Zeit  zwischen  704  und  717  zu  stellen  ist.
darein  ist  eine  Verkleinerung  von  dar,  Cer.  Vgl  Colmän  Cerr
(St.)  Jan.  13,  Cera  (Sta)  Febr.  5.  8  (=  Ceara  p.  374),  Ceara
(Sta)  Oct.  16,  dar  (Sta)  Jan.  5  im  Martyr.  Dungal.
Zur  Erklärung  dieser  Namen  bietet  sich  irisch  cear,  ceara  (als
Substantiv  hlood;  a  kindred,  parentage,  race,  lineal  descent,  progeny,
als  Adjectiv  redd,  ruddy)  Lhuyd  1,  144  O’Br.,  cer,  cera,  dar  (niger)
  Lhuyd  1,  99.

Killenus  71,  17.  18  saje.  8.
Zu  diesem  zweimal  eingetragenen  Namen  bemerkt  Herr  v.
Karajan  Fol.  XLIV:  „Einen  semetus  Chillenus  monachus  Scotus
nenntMahillonAnnal.  I,  344  zum  Jahre  628;  ich  weiss  aber  nicht,  ob
er  mit  unserem  Killeni  dieselbe  Person  ist“,  dann  „diesen  (zweiten)

Herr  v.  Karajan  denkt  Fol.  XLIII  an  Colwriban,  welcher  Abt  des  Klosters  du
Luxeuil  in  der  Franche-Compte  war  und  zu  Bobbio  im  Jahre  615  starb.  Es  ist  dies
wahrscheinlich  derselbe  Heilige,  von  dem  das  Mart.  Dungal.  Nov.  21  nur  bemerkt;
„Columban,  Abbot,  who  was  in  Italy“.  Vielleicht  verdient  aber  hier  mehr  Berücksichtigung ­
  der  in  den  Annalen  der  vier  Meister  erwähnte  Colmän  son  of  Seachnasach
abbot  of  Lothra,  died  a.  708.  —  Colmän  und  Columbän  sind  Diminutiva  von
Colnm.  Vgl.  Mart.  Dungal.  p.  148  nota  2.
a )  Conomhail  starb  im  Jahre  708.
            
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