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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Darstellung  der  altmailändischen  Mundart  nach  ßonvesin's  Schriften.  9
19.  Verbleiben  von  i  und  Positions-f,  wo  die  Schriftsprache  e
hat,  bemerkt  man  erstens  in  Ableitungen  von  Wörtern,  die  schon
§§•  IS  und  16  erwähnt  wurden:  ligadha  B  140,  amagistramento
E  261  magistrar  E  289,  vingena  N  81,  infirmitä  D  234,  dann  in:
inimigo  B  614,  hospital  B  268  neben  hospedhai  B  246,  signao
N  18,  Präfix  in-:  impir  E  174,  inflai  D  17S,  intrar  B  62.
2(1.  Weit  seltener  ist  unbetontes  t  zu  e,  Präfix  dis-:  dexasiao
B  10,  dexdenioso  B  14,  descaro  B  138,  descavedhao  B  610;  deseva
  L  419  (neben  diseva  L  108),  benedexir  D  331,  benedexon
B  292  (neben  benedisem  D  388),  fedhusiu  B  326,  premitie  B  SS
premerana  B  77  neben  primer  A  111,  vesin  B  197.
21.  I  entwickelt  sich  manchmal  aus  Consonanten:  aus  c  in
deleiti  E  100,  fruite  E  104  (vgl.  auch  ct—g  §.  60);  aus  g  in
cuintar  J  1,  recuinta  B  393,  cuinteza  F  137,  (it.  contare  racconta
contezza  aus  cogn  tare)  neben  cuntao  B  802  ');  aus  t  in  repairava
B  637,  repairi  A  131.
22.  Versetzt  erscheint  i  in  dinairi  Bl62,  mainere  N  S9,  paira
O  51  (paria,  it.  pajci),  dann  auch  pairo  als  Adjectiv;  endlich  bei
Verbalformen,  §.  108.
23.  Ausfall  von  i  findet  statt:  am  häufigsten  nach  dem  Accente
bei  Proparoxytonen:  dexme  B  53,  femna  O  94,  lemostie  B  98,  medcsme
  B  123.  sterla  P  13,  Suffix  -bil-:  stavre  B  27  und  fast  immer
evre,  §.  I  32.  Vor  dem  Accente  in  resustao  B  356  neben  resuscitao
B  869.
24.  Dagegen  verbleibt  i  bei  Ableitungen  mit  dem  Suffixe  -Uns
nach  l,  wo  die  Schriftsprache  dasselbe  ausstösst:  so  crudelitä  D  233,
humilitae  J  61.  Dagegen  utiltu  G  77  (neben  utilitae  B  282).
25.  Eingeschoben  ist  i  in  abondia  E  116  abundiava  B  667
abondievremente  B  179,  aleinar  N  148,  maitin  G  187,  scurio

!)  Es  kommt  überdies  vor:  cuinta  B  126  cuinter  O  64  und  cuintoroso  N  23  in
der  Bedeutung-  „Sorg-e,  besorgt“.  Wohl  wie  prov.  cocha  aus  coquere  coct.
(Et  Wb.  I,  133);  das  n  ist  eingesehoben,  worin  auch  die  aus  cognitare  entspringenden ­
  Wörter  eingewirkt  haben  mögen.  Umgekehrt  findet  man  in  der  Hs.  cuito
cuitar  M  31  für  cuinto  cuintar  (wie  Bekker  emendierte)  „ich  erzähle,  erzählen“.
Einen  Schreibfehler  anzunehmen,  geht  nicht  an,  da  die  nämliche  Ferm  auch  in
anderen  Denkmälern  norditalienischer  Mundarten  vorkommt  (siehe  meine  Mon.
ant.  s.  v.  cuitar):  überdies  ist  eine  ganz  analoge  Ausstossung  des  m  in  aloitani
G  61  (lomj  tanus)  wahrzunehmen.
            
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