Darstellung der altmailändischen Mundart nach ßonvesin's Schriften. 9
19. Verbleiben von i und Positions-f, wo die Schriftsprache e
hat, bemerkt man erstens in Ableitungen von Wörtern, die schon
§§• IS und 16 erwähnt wurden: ligadha B 140, amagistramento
E 261 magistrar E 289, vingena N 81, infirmitä D 234, dann in:
inimigo B 614, hospital B 268 neben hospedhai B 246, signao
N 18, Präfix in-: impir E 174, inflai D 17S, intrar B 62.
2(1. Weit seltener ist unbetontes t zu e, Präfix dis-: dexasiao
B 10, dexdenioso B 14, descaro B 138, descavedhao B 610; deseva
L 419 (neben diseva L 108), benedexir D 331, benedexon
B 292 (neben benedisem D 388), fedhusiu B 326, premitie B SS
premerana B 77 neben primer A 111, vesin B 197.
21. I entwickelt sich manchmal aus Consonanten: aus c in
deleiti E 100, fruite E 104 (vgl. auch ct—g §. 60); aus g in
cuintar J 1, recuinta B 393, cuinteza F 137, (it. contare racconta
contezza aus cogn tare) neben cuntao B 802 '); aus t in repairava
B 637, repairi A 131.
22. Versetzt erscheint i in dinairi Bl62, mainere N S9, paira
O 51 (paria, it. pajci), dann auch pairo als Adjectiv; endlich bei
Verbalformen, §. 108.
23. Ausfall von i findet statt: am häufigsten nach dem Accente
bei Proparoxytonen: dexme B 53, femna O 94, lemostie B 98, medcsme
B 123. sterla P 13, Suffix -bil-: stavre B 27 und fast immer
evre, §. I 32. Vor dem Accente in resustao B 356 neben resuscitao
B 869.
24. Dagegen verbleibt i bei Ableitungen mit dem Suffixe -Uns
nach l, wo die Schriftsprache dasselbe ausstösst: so crudelitä D 233,
humilitae J 61. Dagegen utiltu G 77 (neben utilitae B 282).
25. Eingeschoben ist i in abondia E 116 abundiava B 667
abondievremente B 179, aleinar N 148, maitin G 187, scurio
!) Es kommt überdies vor: cuinta B 126 cuinter O 64 und cuintoroso N 23 in
der Bedeutung- „Sorg-e, besorgt“. Wohl wie prov. cocha aus coquere coct.
(Et Wb. I, 133); das n ist eingesehoben, worin auch die aus cognitare entspringenden
Wörter eingewirkt haben mögen. Umgekehrt findet man in der Hs. cuito
cuitar M 31 für cuinto cuintar (wie Bekker emendierte) „ich erzähle, erzählen“.
Einen Schreibfehler anzunehmen, geht nicht an, da die nämliche Ferm auch in
anderen Denkmälern norditalienischer Mundarten vorkommt (siehe meine Mon.
ant. s. v. cuitar): überdies ist eine ganz analoge Ausstossung des m in aloitani
G 61 (lomj tanus) wahrzunehmen.