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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

ten  ihn  sehr  reichlich  mit  Geldmitteln.  Ngai  dankte  anfänglich  nicht
im  Geringsten.  So  oft  er  einen  hohen  Berg  oder  einen  grossen  Sumpf
erblickte,  mass  er  ohne  Umstände  die  Entfernung  und  zeichnete  mit
dem  Finger  das  befestigte  Lager  für  ein  Kriegslieer.  Die  Zeitgenossen ­
  verlachten  ihn  häufig  ').
In  den  Denkwürdigkeiten  von  U  heisst  es  :
Liü-fan  führte  den  Jiinglingsnamen  Tse-heng  und  stammte  aus
Ju-nan.  Derselbe  hatte  ein  stattliches  Äussere.  Lieu-schi,  ein  Einwohner ­
  der  Stadt,  war  reich  und  seine  Tochter  schön.  Fan  bewarb
sich  um  sie.  Die  Mutter  war  ihm  abgeneigt  und  wollte  sie  ihm  nicht
geben.  Lieu-schi  sprach:  Liü-tse-hehg  ist  mir  lieber,  er  wird  lange
Zeit  arm  bleiben.  —  Hierauf  vermalte  er  ihn  mit  der  Tochter.
In  den  Denkwürdigkeiten  von  U  heisst  es  ferner;
Fan-tschang  führte  den  Jünglingsnamen  Wen-kuei  und  stammte
aus  der  Provinz  des  Ostens.  Er  liebte  den  Wein  und  sein  Haus  war
sehr  arm.  Er  war  dabei  ein  Freund  vom  Borgen  und  sagte  ohne  Umstände, ­
  dass  er  gewaltig  und  reich  zurückkommen  müsste.  Sünkiuen
 3 )  hielt  ihn  für  einen  sehr  ungewöhnlichen  Menschen.
Schang,  Fürst  von  Hia  und  Feldherr  von  Wei,  belagerte  die
Hauptstadt  der  Provinz  des  Südens.  Er  baute  schwimmende  Brücken
und  setzte  zu  der  Insel  der  hundert  Weglängen  über.  Tscliang  fällte
an  der  oberen  Strömung  des  Flusses  Schilfrohr  und  verfertigte  Matten, ­
  die  er  bei  günstigem  Winde  in  Brand  stecken  wollte.  Als  die
Matten  vollendet  waren,  zog  sich  Schang  sofort  zurück.  Tscliang
wurde  in  Folge  dessen  zu  einem  den  Norden  beruhigenden  Heerführer ­
  ernannt.
Das  Buch  der  Tsin  sagt:
Yuen-hien  führte  den  Jiinglingsnamen  Tschung-yung  und
stammte  aus  Tschin-lieu.  Um  jene  Zeit  war  es  Sitte,  am  siebenten
Tage  des  siebenten  Monats  die  Kleider  in  die  Sonne  zu  legen.  In
einigen  Fällen  stellten  die  Verwandtschaften  ihre  Kleidungsstücke  in
der  Vorhalle  in  Beihen.  Hien  war  arm  und  besass  nichts.  Er  zog
den  Badegürtel  aus,  breitete  die  Unterhosen  und  hängte  sie  auf  die
Spitze  einer  Bambusstange.  Die  Menschen  fragten  ihn,  warum  er

*)  Teng-ngai  war  später  ein  siegreicher  Feldherr  von  Wei.
2 )  Siin-kiuen  ist  der  erste  Kaiser  von  U.
            
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