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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Keichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.

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auf  dem  Rücken  eine  Armbrust  und  sprengte  voraus.  Seine  alten  Bekannten ­
  in  der  Gasse  des  Bezirkes,  unter  ihnen  Tschö-wäng-sün,
machten  ihm  jetzt  durch  die  unter  seinem  Thore  befindlichen  Leute
ein  Ehrengeschenk  von  Rindern  und  Wein  und  gaben  ihm  ihre
Freude  kund.  Wang-sün  sprach  hierauf  seufzend:  Es  thut  mir  nur
leid,  dass  ich  meine  Tochter  so  spät  Siang-ju  dienen  lassen  konnte.
Dasselbe  Buch  der  Han  sagt:
Tsao-tsö  machte  an  dem  Hofe  eine  Meldung,  worin  er  sagte:  ln
der  alten  Zeit  betrugen  die  Abgaben,  mit  denen  man  das  Volk  belegte, ­
  nicht  mehr  als  ein  Zehntel.  Thsin  handelte  diesem  nicht
gemäss.  Es  brachte  zur  Geltung  die  Gesetze  Schang-yang’s,  es  veränderte ­
  die  Einrichtungen  der  Kaiser  und  Könige,  es  schaffte  die
Felder  der  Brunnen  •)  ah.  Das  Volk  konnte  kaufen  und  verkaufen.
Die  Reichen  verbanden  mit  einander  die  nördlichen  und  südlichen
Wege  der  Felder.  Die  Armen  verloren  den  Boden  für  die  Aufstellung
eines  Bohrers.  Desswegen  kleidete  sich  das  arme  Volk  gewöhnlich  in
die  Kleider  der  Pferde  und  Rinder  und  verzehrte  die  Speise  der
Hunde  und  Schweine.
Das  Buch  der  Han  sagt  ferner:
Tseliin-ping  stammte  aus  dem  Bezirke  Hu-yeu  in  Yang-wu.  In
seiner  Jugend  war  sein  Haus  arm.  Dasselbe  besass  dreissig  Morgen
Land,  und  er  wohnte  hei  seinem  älteren  Bruder  und  seinem  Oheim,
die  sich  fortwährend  mit  Feldbau  beschäftigten.  Sie  gestatteten
Ping,  herumzuziehen  und  das  Lernen  zu  betreiben.
Ping  war  von  Gestalt  gross  und  schön.  Es  gab  Leute,  welche
sagten:  Ping  ist  arm.  Was  mag  er  wohl  essen,  dass  er  so  fett  wird?
—  Seine  Schwägerin  war  darüber  ungehalten,  dass  Ping  sich  nicht
mit  den  Geschäften  des  Hauses  befasste,  und  sie  sagte:  Er  verzehrt
blos  die  Grütze  und  den  Reis.  Einen  solchen  Schwager  besitzen,  ist
schlechter,  als  man  besitzt  keinen.
*  Ping  las  mit  Vorliebe  die  Gedichte  und  Bücher.  Sein  Haus  war
arm,  er  wohnte  in  einer  elenden  Gasse  und  bediente  sich  einer  Matte
als  Thüre.  Gleichwohl  waren  vor  dem  Thore  häufig  die  Radspuren
von  den  Wagen  der  Ältesten  zu  sehen.
Dasselbe  Buch  der  Han  sagt:

*)  Das  Ausmass  der  Felder.  Ein  Brunnen  heisst  eine  Fläche  von  neunhundert  Morgen.
            
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