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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Reichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.  85
jetzt  vor.  Tsao-san  machte  ihn  hei  diesem  Anlasse  zu  seinem  Hausgenossen. ­

Dasselbe  Sse-ki  sagt:
Der  Lehrer  Tung-ko  wurde  zum  Beruhiger  der  Hauptstadt  ernannt. ­
  Der  Lehrer  wartete  lange  Zeit  auf  die  höchste  Verkündung,
durch  welche  ihm  ein  öffentlicher  Wagen  zur  Verfügung  gestellt
werden  würde.  Er  war  arm  und  erschöpft  und  litt  Hunger  und  Kälte.
Seine  Kleider  waren  abgenützt,  seine  Schuhe  nicht  ganz.  In  diesem
Zustande  wandelte  er  durch  den  Schnee.  Seine  Schuhe  hatten  einen
Obertheil,  aber  keinen  Untertheil,  so  dass  er  mit  den  Füssen  vollständig ­
  den  Boden  trat.  Die  Menschen  auf  dem  Wege  verlachten  ihn.
Das  Buch  der  Han  sagt:
Sse-ma-siang-ju  hiess  mit  dem  Jünglingsnamen:  Tschang-king
und  war  ein  Eingeborner  von  Tsching-tu.  Sein  Haus  war  arm  und  er
verkaufte  früher  auf  dem  Markte  von  Lin-ngang  mit  den  Leuten
Wein.  Dabei  fegte  er  als  Taglöhner  den  Weg  zu  dem  Weine,  legte
einen  Gürtel  an  und  zeigte  sein  Hemd  mitten  auf  dem  Markte.  Er  las
jedoch  schon  in  seiner  Jugend  mit  Vorliebe  Bücher  und  erlernte  die
Fechtkunst.  Sein  kleiner  Name  war  eigentlich  Kiuen-tse.  Da  er
jedoch  Lin-siarig-ju  als  Menschen  bewunderte,  veränderte  er  seinen
Namen  und  nannte  sich  Siang-ju.
Später  wanderte  er  nach  Liang,  von  wo  er  nach  einigen  Jahren
wieder  zurückkehrte.  Er  stand  mit  Wang-ke,  dem  Befehlshaber  von
Lin-ngang,  auf  gutem  Fusse.  Tschö-wang-sün  und  Tsching-tsching
gehörten  zu  den  reichen  Männern  von  Lin-ngang.  Von  diesen  sagte
einer  zu  dem  andern:  Der  Befehlshaber  hat  einen  vornehmen  Gast.
Wir  wollen  ihn  in  unsere  Gesellschaft  kommen  lassen.  Zugleich  lassen ­
  wir  auch  den  Befehlshaber  kommen.
Als  der  Befehlshaber  gekommen  war,  liess  man  Tschang-king
bitten.  Tschang-king  entschuldigte  sich  und  mochte  nicht  kommen.
Der  Befehlshaber  von  Lin-ngang  getraute  sich  nicht,  Speise  zu  kosten.
Er  stand  selbst  auf  und  holte  Siang-ju  ab.  Siang-ju  wusste  sich  nicht
zu  helfen  und  machte  sich  gezwungen  auf  den  Weg.
In  der  Versammlung  war  alles  in  heiterer  Stimmung  und  freute
sich  des  Weines.  Der  Befehlshaber  trat  vor,  spielte  die  Cither  und
sprach:  Ich  vermass  mich,  zu  erfahren,  dass  Siang-ju  hiervon  ein
Freund  ist.  Es  ist  unser  Wunsch,  dass  er  sich  selbst  damit  erfreue.
—  Siang-ju  spielte  jetzt  eine  Weise.
            
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