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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

folgen  sind  die  Vorschriften  und  Einrichtungen  nicht  einerlei,  die
Verkündungen  und  Erlässe  sind  nicht  die  nämlichen.  Dass  sie  dessen
ungeachtet  in  den  Besitz  der  Welt  gelangten,  warum  geschah  dieses?
Das  Land  musste  bei  ihnen  reich  sein,  und  des  Getreides  war  eine
Menge.
Das  Buch  Wen-tse  sagt:
Die  gerechten  Könige  bereichern  ihr  Volk.  Die  ungerechten
Könige  bereichern  ihren  Boden.  Die  in  Gefahr  schwebenden  Beiche
bereichern  ihre  Angestellten.  Die  geordneten  Beiche  scheinen  Mangel
zu  haben.  Die  ungeordneten  Reiche  scheinen  Überfluss  zu  haben.
In  einem  fortbestehenden  Beiche  sind  die  Speicher  voll.  In  einem  zu
Grunde  gehenden  Reiche  sind  die  Speicher  leer.
Das  Buch  Siun-king-tse  sagt:
Wer  sich  mit  dem  Ordnen  befasst,  ist  König.  Wer  die  Lenkung
führt,  ist  stark.  AVer  das  A r olk  in  Schranken  hält,  hat  Sicherheit.
Wer  Abgaben  sammelt,  geht  zu  Grunde.  Desswegen  bereicherten  die
alten  Könige  das  Volk.  Die  Obergewaltigen  bereicherten  die  Erde.
Dasselbe  Buch  Siün-king-tse  sagt:
Das  Gute  der  Menschlichkeit,  der  Gerechtigkeit  und  der  Gebräuche ­
  verhält  sich  zu  dem  Menschen  wie  die  Güter  und  das  Getreide
zu  dem  Hause.  AA r er  davon  viel  besitzt,  ist  reich.  Wer  wenig  besitzt,
ist  arm.  AA T er  endlich  gar  nichts  besitzt,  ist  elend.
Das  Buch  Han-tse  sagt:
Wenn  der  Mensch  Glück  hat,  so  kommen  Reichthum  und  Ehre.
Kommen  Reichthum  und  Ehre,  so  sind  Kleidung  und  Speise  vortrefflich. ­
  Sind  Kleidung  und  Speise  vortrefflich,  so  entsteht  ein  stolzer
Sinn.  Entsteht  ein  stolzer  Sinn,  so  ist  derAA r andel  unrecht  und  in  den
Unternehmungen  setzt  man  die  Ordnung  hintan.  Ist  der  Wandel  unrecht, ­
  so  stirbt  man  einen  frühzeitigen  Tod.  Setzt  man  in  den  Unternehmungen ­
  die  Ordnung  hintan,  so  verrichtet  man  keine  Thaten.
Das  Buch  Schi-tse  sagt:
Besitzt  ein  Haus  Edelsteine  im  Werthe  von  tausend  Pfunden
Goldes,  aber  man  weiss  es  nicht,  so  nennt  man  dasselbe  noch  immer
arm.  AVenn  ein  vortrefflicher  Künstler  sie  bearbeitet,  so  ist  man
reich.  Überdeckt  man  zwei  Reiche,  besitzt  selbst  das  grösste  Ansehen, ­
  aber  man  weiss  dieses  nicht,  so  nennt  man  einen  solchen  noch
immer  niedrig.  Wenn  höchstweise  Menschen  es  verkünden,  so  ist
das  Ansehen  das  höchste  in  der  AVelt.
            
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