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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Reichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.

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Stellungen.  Tä-tse  zürnte  und  sprach:  Dies  ist  etwas,  das  du  nicht
verstehst.
Nach  fünf  Jahren  hatte  er  in  seinem  Gefolge  hundert  Wagen.
Die  Stammverwandten,  welche  bei  ihm  der  Ruhe  pflegten,  zogen  an
Stricken  Rinder,  stellten  Wein  auf  und  beglückwünschten  ihn.  Seine
Gattin  nahm  ihr  Kind  in  die  Arme  und  weinte.  Die  Schwiegermutter
zürnte  hierüber  und  hielt  es  für  unglückbringend.
Das  Weib  sprach:  Die  Fähigkeiten  des  Gebieters  sind  gering,
aber  sein  Amt  ist  ein  bedeutendes.  Dies  nennt  man:  sich  um  den
Schaden  winden.  Er  besitzt  keine  Verdienste,  aber  sein  Haus  ist  von
Glanz  erfüllt.  Dies  nennt  man:  das  Verderben  anhäufen.  Einst  verwaltete ­
  der  Ling-yün  von  Tsu  das  Reich.  Sein  Haus  war  arm,  aber
das  Land  war  reich.  Der  Landesfürst  ehrte  ihn,  die  Menschen  des
Volkes  trugen  ihn  auf  den  Häuptern.  Deswegen  knüpften  sich  Glück
und  Wohlstand  an  seine  Söhne  und  Enkel,  sein  Name  gelangte  herab
zu  den  nachfolgenden  Geschlechtsaltern.
Jetzt  ist  der  Gebieter  begierig  nach  Reichtlnimern.  Er  strebt
nach  Grossem  und  nimmt  nicht  Rücksicht  auf  den  späteren  Schaden.
Ich  habe  gehört,  dass  es  auf  den  Bergen  des  Südens  Leoparden  gibt.
Bei  Nebel  und  Regen  steigen  sie  durch  sieben  Tage  nicht  hernieder,
um  Nahrung  zu  nehmen.  Was  ist  davon  die  Ursache?  Ihr  Gemiith
ist  satt,  ihr  Bauch  ist  hungrig.  Es  wird  ihr  Wunsch  sein,  ihr  Pelzkleid ­
  glänzend  zu  erhalten  und  ihren  buntfarbigen  Schmuck  zu  Wege
zu  bringen.  Die  Schweine  wählen  nicht  ihr  Futter  und  mästen  ihren
Leib.  Sie  werden  schuldig  befunden  und  warten  auf  den  Tod.  Jetzt
verwaltet  der  Gebieter  das  Land  Tao.  Sein  Haus  wird  täglich  reicher,
aber  das  Land  wird  täglich  ärmer.  Der  Landesfürst  ehrt  ihn  nicht,
die  Menschen  tragen  ihn  nicht  auf  ihren  Häuptern.  Dass  der  Gebieter
in  Unglück  gerathen  wird,  ist  gewiss.  Ich  bitte,  mich  entfernen  zu
dürfen.  Ich  will  mit  meinem  kleinen  Sohne  zugleich  entkommen.
Demgemäss  verliess  sie  ihn  sofort  und  trat  aus  dem  Hause.  Nach
einem  Jahre  wurde  über  das  Haus  Tä-tse’s  wirklich  wegen  Diebstahls
die  Hinrichtung  verhängt.  Seine  Mutter  wurde  mit  Rücksicht  auf  ihr
Alter  begnadigt.  Das  Weib  kehrte  jetzt  mit  ihrem  kleinen  Sohne  zurück. ­
  Sie  ernährte  die  Schwiegermutter,  bis  diese  eines  natürlichen  _
Todes  starb.
In  den  merkwürdigen  Überlieferungen  der  Verzeichnisse  (lö-itschuen)
  wird  gesagt:
            
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