Reichthum und Armuth in dem alten China. 69
Heerde zu opfern und sich dabei eines gelben Schafes zu bedienen.
Das Buch der späteren Han von Sie-sching sagt:
Tai-tsün führte den Jünglingsnamen Tse-kao. Derselbe warreich
an Gütern und Erzeugnissen. Er schätzte die Güter gering und liebte
die Gerechtigkeit. Seine Gäste waren immer drei- bis vierhundert an
der Zahl. Die Zeitgenossen nannten ihn Tai-tse-kao, den grossen
Gewaltigen im Osten des Gränzpasses.
Das Buch der Sung sagt:
Tschin-yeu war in seiner Jugend arm. Als er zu Ansehen gelangte,
befand er sich in King-tscheu. Sein Reichthum war demjenigen
der Könige und Lehensfürsten ähnlich. Seine sämmtlichen
Säle waren in der Nacht mit Kerzen erleuchtet. Mehrere Hunderte
seiner Leute trugen Perlen und Edelsteine, was bei gleichzeitigem
Erscheinen überaus prachtvoll war.
In den Worten der Häuser wird gesagt:
Ngai, Fürst von Lu, fragte Khung-tse um die Lenkung.
Khung-tse antwortete: Hat man mit der Lenkung Eile, so ist nichts
wichtiger, als man bewirkt, dass das Volk reich ist und auch das
lange Leben besitzt.
Der Fürst sprach: Wie soll ich dieses anstellen?
Khung-tse sprach: Wenn man die Dienstleistungen vermindert,
die Abgaben verringert, so ist das Volk reich.
Der Fürst sprach: Ich möchte thun, was du, o Meister, sagst,
allein ich fürchte, dass mein Reich verarmen wird.
Khung-tse sprach: In dem Gedichte heisst es: Freudig ist der
Gebieter, er ist des Volkes Vater und Mutter. — Es ist noch nicht
vorgekommen, dass der Sohn reich, aber Vater und Mutter arm gewesen
wären.
In denselben Worten der Häuser wird gesagt:
King-schÖ von dem südlichen Palaste war reich. Er machte sich
gegen den Fürsten Ting eines Verbrechens schuldig und floh nach
Wei. Nach einem Jahre bat der Lehensfürst von Wei, ihn zurückbringen
zu dürfen. Jener lud seine Kostbarkeiten auf Wagen und
erschien an dem Hofe.
Der Meister hörte dies und sprach: Reich sein und nicht die
Gebräuche lieben, ist das Verderben. King-schö hat hierdurch seine