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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Reichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.  69
Heerde  zu  opfern  und  sich  dabei  eines  gelben  Schafes  zu  bedienen. ­

Das  Buch  der  späteren  Han  von  Sie-sching  sagt:
Tai-tsün  führte  den  Jünglingsnamen  Tse-kao.  Derselbe  warreich
an  Gütern  und  Erzeugnissen.  Er  schätzte  die  Güter  gering  und  liebte
die  Gerechtigkeit.  Seine  Gäste  waren  immer  drei-  bis  vierhundert  an
der  Zahl.  Die  Zeitgenossen  nannten  ihn  Tai-tse-kao,  den  grossen
Gewaltigen  im  Osten  des  Gränzpasses.
Das  Buch  der  Sung  sagt:
Tschin-yeu  war  in  seiner  Jugend  arm.  Als  er  zu  Ansehen  gelangte, ­
  befand  er  sich  in  King-tscheu.  Sein  Reichthum  war  demjenigen ­
  der  Könige  und  Lehensfürsten  ähnlich.  Seine  sämmtlichen
Säle  waren  in  der  Nacht  mit  Kerzen  erleuchtet.  Mehrere  Hunderte
seiner  Leute  trugen  Perlen  und  Edelsteine,  was  bei  gleichzeitigem
Erscheinen  überaus  prachtvoll  war.
In  den  Worten  der  Häuser  wird  gesagt:
Ngai,  Fürst  von  Lu,  fragte  Khung-tse  um  die  Lenkung.
Khung-tse  antwortete:  Hat  man  mit  der  Lenkung  Eile,  so  ist  nichts
wichtiger,  als  man  bewirkt,  dass  das  Volk  reich  ist  und  auch  das
lange  Leben  besitzt.
Der  Fürst  sprach:  Wie  soll  ich  dieses  anstellen?
Khung-tse  sprach:  Wenn  man  die  Dienstleistungen  vermindert,
die  Abgaben  verringert,  so  ist  das  Volk  reich.
Der  Fürst  sprach:  Ich  möchte  thun,  was  du,  o  Meister,  sagst,
allein  ich  fürchte,  dass  mein  Reich  verarmen  wird.
Khung-tse  sprach:  In  dem  Gedichte  heisst  es:  Freudig  ist  der
Gebieter,  er  ist  des  Volkes  Vater  und  Mutter.  —  Es  ist  noch  nicht
vorgekommen,  dass  der  Sohn  reich,  aber  Vater  und  Mutter  arm  gewesen ­
  wären.
In  denselben  Worten  der  Häuser  wird  gesagt:
King-schÖ  von  dem  südlichen  Palaste  war  reich.  Er  machte  sich
gegen  den  Fürsten  Ting  eines  Verbrechens  schuldig  und  floh  nach
Wei.  Nach  einem  Jahre  bat  der  Lehensfürst  von  Wei,  ihn  zurückbringen ­
  zu  dürfen.  Jener  lud  seine  Kostbarkeiten  auf  Wagen  und
erschien  an  dem  Hofe.
Der  Meister  hörte  dies  und  sprach:  Reich  sein  und  nicht  die
Gebräuche  lieben,  ist  das  Verderben.  King-schö  hat  hierdurch  seine
            
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