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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Beitrüge  zur  Geschichte  der  Edelsteine  und  des  Goldes.

TI  7

Yen-hoei  war  der  oberste  Buchführer  für  die  Abtheilung  der
Angestellten.  Ein  Mensch  bewarb  sieb  um  ein  Amt.  Derselbe  verbarg
in  dem  Ärmel  eine  Platte  Gold  und  verlangte  eine  Unterredung  ohne
Zeugen.  Er  zog  das  Gold  hervor  und  zeigte  es  mit  den  Worten:  Es
ist  niemand,  der  es  weiss.
Yen-hoei  sprach:  Wenn  du  geeignet  bist  und  das  Amt  erhältst,
so  brauchst  du  dich  dieses  Dinges  nicht  zu  bedienen.  Soll  dir  aber
das  Amt  durchaus  gegeben  werden,  so  kann  ich  nicht  umhin,  mit  dir
eine  Probe  anzustellen.
Dieser  Menscb  fürchtete  sich  sehr,  er  packte  das  Gold  und  entfernte ­
  sieb.  Yen-hoei  entdeckte  die  Sache,  aber  er  nannte  keinen
Namen,  und  dieser  war  keinem  Zeitgenossen  bekannt.

In  den  Geschichtschreibern  des  Südens  wird  gesagt:
Tschü-nung,  König  des  Reiches  Fu-nan  in  Nan-hai,  starb,  und
sein  Sohn  Yang-mai  wurde  eingesetzt.  Als  Yang-mai  sich  noch  im
Mutterleibe  befand,  träumte  seiner  Mutter,  dass  sie  ein  Kind  gebar
und  dass  ein  Menscb  ihm  eine  goldene  Matte  lieh.  Die  Farbe  derselben ­
  war  glänzend  und  lieblich.  Die  östlichen  Fremdländer  bezeichnen ­
  das  reinste  Gold  mit  dem  Namen  Yang-mai,  und  es  ist  dies  dasselbe, ­
  was  man  in  dem  mittleren  Reiche  „das  purpurne  und  geschliffene“ ­
  nennt.  Nach  diesem  gab  man  dem  Sohne  den  Namen.
Im  zweiten  Jahre  des  Zeitraumes  Yung-thsu  von  Sung  (421  n.
Chr.)  schickte  das  Reich  einen  Gesandten  mit  Tribut  und  Geschenken.
Man  ernannte  Yang-mai  zum  Könige  Lin-yi.

Das  Buch  der  Sung  sagt:
Wu,  Kaiser  von  Tsi,  kam  gewöhnlich  in  das  Haus  Lieu-tsiün’s
und  legte  sich  daselbst  am  Tage  nieder.  Als  er  erwachte,  reichte  ihm
Tsiün  ein  goldenes  Waschbecken,  das  vier  Ganting  fasste,  und  liess
ihn  in  ihm  die  Hände  waschen.  Bei  diesem  Anlasse  gab  er  es  dem
Kaiser.
Das  Buch  der  Tsi  sagt:
Wenn  derjenige,  der  als  König  herrscht,  von  grösster  Elternliebe ­
  erfüllt  ist,  so  kommt  der  goldene  Wagen  zum  Vorschein.  Wenn
derjenige,  der  als  König  herrscht,  die  vollkommene  Tugend  besilzt,
            
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