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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

P  f  i  z  m  a  i  e  r

2  IS
Der  Diamant  ist  ein  Stein.  Seine  Gestalt  ist  gleich  einer  Perle.
Er  ist  fest,  scharf  und  ohne  Regelmässigkeit.  Die  Menschen  der  auswärtigen ­
  Reiche  liehen  es,  mit  ihm  Ringe  zu  verzieren  und  ihn  zu
tragen.  Man  kann  durch  ihn  Schädlichkeiten  und  Gifte  vermeiden.
In  den  Denkwürdigkeiten  des  südlichen  Yue  heisst  es:
Das  Reich  Po-lo-khi  bringt  Stahlperlen  (d.  i.  Diamanten)  hervor.
Ihr  Schimmer  erleuchtet  die  dunkle  Nacht.
Die  Geschichte  von  Lin-yi  sagt:
Fan-ming-tä,  König  von  Lin-yi,  überreichte  als  ein  Geschenk
Fingerringe  von  Diamanten.
Das  Ruch  Pao-pö-tse  sagt:
In  Fu-nan  gibt  es  Diamanten,  mit  denen  man  Edelsteine  schneiden ­
  kann.  Ihre  Substanz  hat  Ähnlichkeit  mit  der  Blüthe  des  purpurnen ­
  Steines.  Die  Menschen  der  auswärtigen  Reiche  bewirken  vorgeblich ­
  tausend  Verzögerungen.  Wenn  sie  zu  dem  hundertsten
Streifen 1 )  kommen,  legen  sie  den  Diamant  in  eine  Schüssel.  Sie
schlagen  ihn  mit  einer  eisernen  Mörserkeule,  sind  aber  nicht  im
Stande,  ihn  zu  beschädigen.  Wenn  man  ihn  mit  einem  Widderhorne
schlägt,  so  zergeht  er  wie  Eis.

Das  Gold  und  die  Metallwerthe.
Das  Schue-wen  sagt:
Das  Metall  sind  die  Metalle  der  fünf  Farben.  Das  gelbe  Metall
ist  unter  ihnen  das  vorzüglichste.  Lange  Zeit  vergraben,  erhält  es
keinen  Überzug,  durch  Läuterung  wird  es  nicht  leichter.  Will  man
es  umgestalten,  so  widerstrebt  es  nicht.  Es  ist  der  Grundstoff  der
westlichen  Gegenden  und  wächst  in  der  Erde.
Das  Buch  der  Schang  sagt:
Das  Metall a )  bewerkstelligt  Loskauf  von  der  Strafe.
In  dem  Tribute  Yü's  heisst  es:

')  Die  Streifen  oder  der  Schmuck  ist  die  Schönheit  bei  einer  Aufführung.  So  heisst
es  in  dem  Buche  der  Gebräuche:  Bei  den  Gebräuchen  ist  Verminderung  und  Vorwärtsgehen. ­
  Das  Vorwärtsgehen  hält  man  für  den  Schmuck.  Bei  der  Musik  ist
Fülle  und  Rückwärtsgehen.  Das  Rückwärtsgehen  hält  man  für  den  Schmuck.
2 )  Das  Metall  ist  das  Gold,  das  gelbe  Metall.
            
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