Beiträge zur Geschichte der Edelsteine und des Goldes.
201
Yen-kung-king, König von Ju-nan, Hess den Wein in Gefässen
von Bergkrystall umherreichen. Als der Wein zu Thsui-hung kam,
wollte dieser das Gefäss nicht ergreifen. Man fragte ihn um die
Ursache, und er antwortete: feil denke, es hat den Sinn, dass man
einen Edelstein ergreift und nicht mit schnellen Schritten vorwärts
eilt i).
In den Erzählungen des Tiefen und Dunklen wird gesagt:
Tung-fang-sö erhielt Thau von fünf Farben. Er füllte ihn in
Gefässe von Bergkrystall und machte sie dem Kaiser Wu zum
Geschenk.
Die Erzählungen des Auflesens des Hinterlassenen sagen:
Tung-yen stellte Windschirme von purpurnem Bergkrystall auf.
In den Gesprächen des Zeitalters wird gesagt:
Muan-fen fürchtete den Wind. Als er sich in Tsin befand, sass
der Kaiser an dem nördlichen Fenster. Man hatte Thiirflügel aus
Bergkrystall verfertigt, die fest geschlossen waren, aber auseinander
zu stehen schienen. Fen hatte das Aussehen eines Frierenden, und
der Kaiser lachte über ihn. Fen antwortete: Ich bin gleichsam ein
Büffel von U. Wenn dieser den Mond sieht, so keucht er 3 ).
In den weitläufigen Denkwürdigkeiten wird gesagt:
Der Bergkrystall kommt aus den Reichen Hoang-tschi, Sse-tiao,
dem grossen Thsin und Je-nan.
In den Angaben über merkwürdige Dinge des südlichen Landstriches
heisst es:
Der Bergkrystall ist, was den ursprünglichen Stoff betrifft, ein
Stein. Wenn man aus ihm Geräthe verfertigen will, so bearbeitet
man ihn mit natürlicher Asche. Die natürliche Asche hat das Aussehen
der gelben Asche. Sie wächst an den Ufern des südlichen
Meeres, und man kann auch mit ihr Kleider waschen. Bei ihrem
Gebrauche hat man nicht nöthig zu begiessen, sondern man wirft sie
■) Aus dem Buche der Tsin.
3 ) Der Büffel von ü ist ein Wasserbüffel. Die Länder des Südens sind sehr heiss, und
der Wasserbüffel fürchtet die Hitze. Wenn er den Mond sieht, glaubt er. es könne
dies die Sonne sein, und er keucht desshalb. Fen war der Enkel des grossen
ßeruhigers Tschung.
Sitzb. d. phil.-hist CI. LVI1I. Bd. 111. Hft.
14