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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Edelsteine  und  des  Goldes.

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Der  Kaiser  befahl,  sie  an  der  Vorderseite  der  Vorhalle  zu  pflanzen
und  nannte  sie:  die  weiblichen  Korallen.  Plötzlich  standen  eines
Morgens  Zweige  und  Blätter  im  vollsten  Schmucke.  Endlich,  zu  den
Zeiten  des  Kaisers  Ling,  starb  der  Baum  ah.  Alle  glaubten,  dass  das
Haus  der  Han  zu  Grunde  gehen  und  verschwinden  werde.

Die  Korallen  wachsen  in  dem  Meere.  Wenn  man  sie  erbeuten
will,  verfertigt  man  früher  ein  Eisennetz  und  versenkt  es  bis  auf  den
Boden  des  Wassers.  Die  Korallen  durchbohren  das  Netz,  indess  sie
wachsen.  In  einem  Jahre  erreichen  sie  eine  Höhe  von  zwei  bis  drei
Schuhen.  Sie  besitzen  Äste,  aber  keine  Blätter,  und  ihre  Gestalt  hat
Ähnlichkeit  mit  einem  kleinen  Baume.  Man  schnürt  hierauf  das  Netz
zusammen  und  zieht  es  heraus.  Die  Korallen  sind  zerbrochen  und
befinden  sich  in  dem  Netze  *).
Die  vorzüglichsten  Korallen  sind  „die  Pfeiler  des  kaiserlichen
Wagens“.  Dieselben  kommen  von  dem  Boden  des  westlichen
Meeres  *).
Die  Geschichte  von  Yuen-tschung  sagt:
Die  Korallen  stammen  aus  dem  westlichen  Meere  des  grossen
Thsin.  Sie  wachsen  in  dem  AVasser  über  den  Steinen.  Wenn  sie
zu  wachsen  beginnen,  sind  sie  weiss.  In  einem  Jahre  sind  sie  gelb.
In  drei  Jahren  sind  sie  roth.  In  vier  Jahren  werden  sie  von  Insekten ­
  zerfressen  und  gehen  zu  Grunde.

Das  von  Sse-ma-siang-ju  verfasste  bilderlose  Gedicht  auf
Schang-lin  sagt:
Feuerperlen,  Lasurstein  und  Korallen  wachsen  in  Büschen.
Das  von  Puan-ku  verfasste  bilderlose  Gedicht  auf  die  beiden
Hauptstädte  sagt:
Auf  den  Bäumen  der  Korallen  sitzen  Hühner  von  Lasur.
Das  von  Fu-yuen  verfasste  bilderlose  Gedicht  auf  die  purpurnen
Blumen  sagt:
Die  Strahlen  sind  von  ungleicher  Länge  und  leuchten  hell.
Welche  Lieblichkeit  d,es  Glanzes  ist  bei  der  Gestalt  unmöglich?  Die

*)  Das  Buch  der  Mitte  des  Meeres.
2 )  Kuang-tschi.
Sitzb.  d.  pbil.-hist.  CI.  EVIII.  Bd.  III.  Eft.  13

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