Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

174

D  u  (1  1  k

1513,“  demnach  im  Sterbejahre  des  Pabstes  Julius  II.,  welcher  von
1503  an  regirte.
Vergleicht  man  die  hier  mitgetheilten  zwei  Ablasstat'eln  mit  einander, ­
  so  wird  man  finden,  dass  sie  einer  und  derselben  Quelle  entstammen, ­
  und  obwohl  1466  und  1513  angefertigt,  doch  nur  die  Indulgenzen,
  welche  in  der  Zeit  zwischen  Cölestin  III.  und  Gregor  XI.,
demnach  zwischen  1191  bis  1378  dem  deutschen  Ritterorden  verliehen ­
  wurden,  enthalten.  Es  liegt  demnach  die  Vermuthung  nabe,
dass  die  ursprüngliche  Zusammenstellung  derselben  unter  Gregor  XI.
zu  Stande  kam.  Diese  Vermuthung  wird  zur  Gewissheit  durch  eine
im  Deutschordens-Centralarchive  in  Wien  liegendeDrignal-Urkunde,
welche  der  Notar  Thilemann  von  Cluve  zu  Trier  am  1.  Juli  1375,
also  unter  der  Regierung  Gregors  XI.,  für  den  deutschen  Orden  ausgestellt ­
  hatte.
Der  Deutschordens-Priester  und  Pfarrer  in  Rathiche  (oder
Rachiches?),  Diöcese  Trier,  Hermann  von  Amelberg,  wendet  sich
nämlich  im  Aufträge  seines  Komthurs  an  den  oberwähnten  kaiserlichen ­
  Notar,  damit  er  eine  ihm  vorgelegte  Urkunde  als  echt  vidire
und  bestätige.  Diese  Urkunde  enthielt  eine  Summa  aller  dem  Orden
ertheilten  Indulgenzen  und  Privilegien,  wie  selbe  die  Päbste:  Cölestin ­
  III.  (regiert  von  1191—1198),  Honorius  III.  (1216—1227),
GregorIX.  (1227—1241),  InnocenzIV.  (1243—1254),  AlexanderIV.
(1254—1261),  Urban  IV.  (1261  —1265),  Paschasius  III.  (Gegenpabst
  von  1264—1268),  Clemens  IV.  (1265—1271),  Honorius  IV.
(1285—1288),  ßonifaz  VIII.  (1294—1303),  Johann  XXII.  (1316—
1334)  und  Gregor  XI.  (1370—1378)  dem  deutschen  Ritterorden
ertheilt  haben.  Die  Zusammenstellung  selbst  besorgte  ein  Dominikaner-Mönch, ­
  Henricus  de  Hirnis  (sic).  Es  war  dies  in  der  zweiten
Hälfte  der  Regierungszeit  Wynrich's  von  Kniprode,  Hochmeister
vom  6.  Januar  1351  bis  24.  Juni  1382,  welche  zu  den  glücklichsten  des
deutschen  Ordens  nicht  nur  in  Preussen,  sondern  auch  in  den  deutschen ­
  Landen  gehört.  Diese  Urkunde  ist  die  reine  Quelle  unserer
2  Ablasstafeln.
Stellt  man  diese  Summa  Indulgentiarum,  wie  sie  in  der  Originalurkunde ­
  vorliegt,  mit  den  beiden  Ablasstafeln  in  Parallele,  so  fällt
bei  aller  Genauigkeit,  welche  in  der  Tafel  vom  Jahre  1513  liegt,  auf,
dass  der  wichtige,  iu  der  Urkunde  nie  ausser  Acht  gelassene  Satz:
die  angesetzten  Indulgenzen  können  nur  zu  gute  kommen  „qui  vere
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.