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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Über  Ablasstafeln.

irr
Chronik  pag.  27  die  einzige  alte  Quelle;  indess,  da  dieser  Kaisersehild
  sich  überall  ohne  Ausnahme  dort  vorfindet,  wo  das  goldene
Krückenkreuz  angebracht  ist,  lässt  sich  Dusburg’s  Tradition  vernünftiger ­
  Weise  nicht  bezweifeln.  Voigt  verlegt  in  seiner  Geschichte
Preussens  II,  S.  151  u.  ff.  mit  vieler  Wahrscheinlichkeit  diese  Auszeichnung ­
  in  das  Jahr  1226,  mit  der  Bemerkung,,  dass  damals  Hermann ­
  von  Salza  und  alle  seine  Nachfolger  unter  Einem  zu  Reichsfürsten ­
  erhoben  wurden,  und  Papst  Honorius  III.  ihn,  Hermann,  zum
Zeichen  dieser  fürstlichen  Erhebung  mit  einem  kostbaren  Ringe
beschenkte,  der  nachmals  bis  in  die  Gegenwart  von  Meister  auf
Meister  überging  als  ein  Kleinod  zum  Andenken  der  einstigen  Huld
und  Hochschätzung,  die  Hermann  von  Salza  heim  heiligen  Stuhle
genossen  hatte.
Wie  verhält  es  sich  aber  mit  den  Lilien,  welche  die  Enden
des  goldenen  Kreuzes  zieren,  und  so  aus  einem  Krückenkreuze
ein  Lilien-,  ja  in  neuester  Zeit  sogar  ein  Scepterkreuz  gebildet
haben?
Der  D.  0.  Ritter  und  Geschichtsschreiber  Wal  erzählt  in  seinem
Essai  sur  l’histoire  de  l’ordre  teutonique  Tom.  I,  pag  465  u.  ff.,
dass  Frankreichs  König,  Ludwig  IX.  der  Heilige,  dem  deutschen  Orden
diese  Auszeichnung  verliehen  hatte  für  die  ihm  von  Seiten  einiger
D.  0.  Ritter  in  Egypten  geleisteten  tapferen  Dienste,  und  setzt  hinzu:
„le  Saint  Roi  fit  expedier  les  lettres  patentes  de  cette  concession  ä
St.  Jean  d’Acre  le  20  aout  de  Fan  1250“.  Nach  dieser  Datirung
sollte  diese  Begabung  unter  dem  Hochmeister  Heinrich  von  Hohenlohe ­
  geschehen  sein,  von  dem  es  erwiesen  ist,  dass  er  nie  in  Egypten
weilte;  Wal  gibt  dies  zu,  findet  aber  in  eben  diesem  Umstande  den
hohen  Werth  dieser  königlichen  Gnade:  „ce  ne  lut  pas  pour  predilection
  pour  sa  personne,  de  sort  que  ce  furent  les  Chevaliers  que
meriterent  cet  honneur  ä  leur  chef“.  Wäre  der  erwähnte  Gnadenbrief ­
  vom  20.  August  1250  vorhanden,  dann  würden  freilich  alle
Zweifel  schwinden,  doch  gerade  dieser  fehlt,  und  Wal  glaubt,  dass
er  bei  der  Zerstörung  Akkons  durch  die  Sarazenen  im  Jahre  1201
verloren  ging.  Wir  fragen,  wie  kommt  es,  dass  gerade  dieser  Brief
verschwand,  während  'die  im  Haupthause  zu  Akkon  —  das  erste  D.  0.
Archiv  —  damals  aufbewahrten  Urkunden  sich  bis  zum  heutigen  Tage
erhielten?  Das  D.  0.  Central-Archiv  bewahrt  24  Transumte  der  im
dortigen  Ordens-Archive  aufbewahrten  Urkunden,  die  alle  das  Datum
            
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