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Es ist auffallend,, wie dieses schöne, so bedeutungsvolle Abzeichen
königlicher und kaiserlicher Huld durch die Länge der Zeit
verunstaltet wurde, so dass aus dem historischen goldenen Krückenkreuze
ein Lilien-, und in neuester Zeit sogar ein Seepterkreuz
wurde, tu der alten heraldisch richtigen Form sah ich das Hochmeisterkreuz
in grossen Dimensionen auf dem Hauptthore der für
die Baugeschichte so merkwürdigen Elisabethkirche zu Marburg in
Hessen; unsere Tafel bewahrt die alte Erinnerung, verlor aber bereits
das Verständniss derselben, die einfache Krücke genügte nicht mehr,
sie musst'e Rundungen erfahren und sich die Kleeblattform gefallen
lassen, gerade wie unter den Hoch- und Deutschmeistern: Walter
>on Kronberg, Erzherzog Maximilian und Erzherzog Karl, auf die
Krücke die Lilie gesetzt wurde.
Da dieses Wappen auch in der österreichischen Heraldik noch
immer eine Rolle spielt — der deutsche Ritterorden ist ja in den
österr. Staaten allein begütert und zudem ein unmittelbares Kronlelien
— so mögen hier über die Geschichte desselben einige Worte
stehen, welche ich bereits 18S8 in meiner Beschreibung' und geschichtlichen
Darstellung der Münz-Sammlung des deutschen Ritterordens
in Wien niedergeschrieben und documentirt habe.
Die sogenannte alte Ordenschronik erzählt, dass König Johann
von Jerusalem als Zeichen seiner Huld und königlicher Belohnung
für die erspriesslichen Dienste und die Tapferkeit der D. 0. Brüder,
die sie im Jahre 1219 bei Damiette’s Belagerung bewiesen hatten,
dem Hochmeister, Hermann von Salza, und allen seinen Nachfolgern
die ehrenvolle Erlaubniss ertheilt hatte, in ihrem schwarzen Kreuze
das goldene Kreuz von Jerusalem führen zu dürfen. Dushurg, sowie
alle älteren Quellen wissen zwar von dieser Auszeichnung nichts zu
erzählen, auch die späteren Chronisten, ja selbst Hartknoch, sind
hierin irrig und uneins; nichts desto weniger muss diese Begabung
als historisch richtig angenommen werden, weil das goldene Krückenkreuz
von Jerusalem in allen bis jetzt bekannt gewordenen Secret-Siegeln
der Hochmeister, und auf allen Münzen bis zu den Zeiten
Johann's von Tiefen, also bis zum Jahre 1489, ohne Ausnahme vorkommt.
Ebenso richtig ist es, dass Kaiser Friedrich II. die Ehre
dieses so belegten Ordenskreuzes mit dem schwarzen deutschen
Reichsadler im goldenen Felde erhöht hatte. Eine Urkunde-existirt
zwar nicht über diese Gnadengabe, Dusburg ist hierüber in seiner