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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

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II.  Ablasstafel  vom  Jahre  1513.
In  Form  eines  Triptychons  von  135  Centimeter  Breite  und  82
Cent.  Höhe,  wenn  die  beiden  gerade  in  der  Mitte  schliessenden  Flügel, ­
  jeder  von  33  Cent.  Breite,  geöffnet  sind,  liess  der  Landkonithur
der  Ballei  Österreich,  Conrad  von  Kotwitz,  dessen  Familie  einen  rothen
Querbalken  im  weissen  Felde  führt,  eine  Ablasstafel  aus  weichem
Holze  anfertigen,  inwendig  mit  starkem  Papier  überziehen,  und  auf
dasselbe  die  Summarien  jener  Indulgenzen  in  deutscher  und  lateinischer
Sprache  niederschreiben,  welche  für  den  gesammten  deutschen  Ritterorden ­
  von  den  Päpsten  ertheilt  wurden,  und  wie  selbe  der  Hochmeister ­
  desselben  Ordens,  Albrecht  von  Brandenburg,  aus  dem  zu
Königsberg  in  Preussen  aufhewahrten  Centralarchive  des  Ordens  eingeschickt ­
  hatte.  Wir  finden  diese  Data  auf  dem  Mittelstücke  des
Triptychons  verzeichnet.  Dort  liest  man  deutsch  und  lateinisch:  „Hie
auf  der  Tafel  ist  geschrieben  der  Ablass  des  teutschen  Ordens  unser
lieben  Frawen  Spitals  zu  Jherusalem,  den  man  mag  verdienen  in  allen
des  Ordens  Capellen,  den  der  hochwürdig  Herr  und  Fürst,  Markgraf
Albrecht  von  Brandenburg,  des  teutschen  Ordens  zu  den  Zaiten  hochmaister
  gewesen,  dem  erwirdigen  herrn,  HerKonrad  von  Kotwitz,  die
Zeyt  Landl-Kommentor  zu  Österreich,  Steyer,  Kernthen  und  Khrön
des  selbigen  Ordens,  kürzlich  ausgezogen,  von  Preussen  zugeschickt
hat  im  Tausend  Fünfhundert  vnd  dreyzehenden  Jare“.  Albrecht  von
Brandenburg  erscheint  als  Hochmeister  vom  13.  Februar  1511  bis
10.  April  1525,  und  Conrad  von  Kotwitz  als  Landkomthur  der  Ballei
Österreich  vom  J.  1505  bis  1513.
Da  die  im  Triptychon  enthaltenen  Indulgenzen-Summarien  so  geschrieben ­
  sind,  dass  auf  den  Flügeln  je  in  zwei  Columnen,  also  im  Ganzen ­
  in  vier  Columnen,  die  Summarien  lateinisch,  und  auf  dem  Mittelraume ­
  dieselben  indeutscherÜbersetzung  in  drei  Columnen  zu  62  Zeilen
auf  rothen  Linien  erscheinen,  oder  da  die  Ablasstafel,  wie  sie  auf  der
Aussenseite  des  rechten  Flügels  selbst  sagt,  nur  zu  gewissen  Zeiten
geöffnet  war:  „quam  (tabulam)  certis  temporihus  videbis  apertam“,  so
trug  man  Sorge,  damit  das  Äussere  dieses  Thesaurus,  wie  sonst
solche  Flügelaltärlein  hiessen,  anständig  und  kirchlich  sich  darstelle,
und  verzierte  somit  die  Flügel  mit  Bildern.
            
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