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II. Ablasstafel vom Jahre 1513.
In Form eines Triptychons von 135 Centimeter Breite und 82
Cent. Höhe, wenn die beiden gerade in der Mitte schliessenden Flügel,
jeder von 33 Cent. Breite, geöffnet sind, liess der Landkonithur
der Ballei Österreich, Conrad von Kotwitz, dessen Familie einen rothen
Querbalken im weissen Felde führt, eine Ablasstafel aus weichem
Holze anfertigen, inwendig mit starkem Papier überziehen, und auf
dasselbe die Summarien jener Indulgenzen in deutscher und lateinischer
Sprache niederschreiben, welche für den gesammten deutschen Ritterorden
von den Päpsten ertheilt wurden, und wie selbe der Hochmeister
desselben Ordens, Albrecht von Brandenburg, aus dem zu
Königsberg in Preussen aufhewahrten Centralarchive des Ordens eingeschickt
hatte. Wir finden diese Data auf dem Mittelstücke des
Triptychons verzeichnet. Dort liest man deutsch und lateinisch: „Hie
auf der Tafel ist geschrieben der Ablass des teutschen Ordens unser
lieben Frawen Spitals zu Jherusalem, den man mag verdienen in allen
des Ordens Capellen, den der hochwürdig Herr und Fürst, Markgraf
Albrecht von Brandenburg, des teutschen Ordens zu den Zaiten hochmaister
gewesen, dem erwirdigen herrn, HerKonrad von Kotwitz, die
Zeyt Landl-Kommentor zu Österreich, Steyer, Kernthen und Khrön
des selbigen Ordens, kürzlich ausgezogen, von Preussen zugeschickt
hat im Tausend Fünfhundert vnd dreyzehenden Jare“. Albrecht von
Brandenburg erscheint als Hochmeister vom 13. Februar 1511 bis
10. April 1525, und Conrad von Kotwitz als Landkomthur der Ballei
Österreich vom J. 1505 bis 1513.
Da die im Triptychon enthaltenen Indulgenzen-Summarien so geschrieben
sind, dass auf den Flügeln je in zwei Columnen, also im Ganzen
in vier Columnen, die Summarien lateinisch, und auf dem Mittelraume
dieselben indeutscherÜbersetzung in drei Columnen zu 62 Zeilen
auf rothen Linien erscheinen, oder da die Ablasstafel, wie sie auf der
Aussenseite des rechten Flügels selbst sagt, nur zu gewissen Zeiten
geöffnet war: „quam (tabulam) certis temporihus videbis apertam“, so
trug man Sorge, damit das Äussere dieses Thesaurus, wie sonst
solche Flügelaltärlein hiessen, anständig und kirchlich sich darstelle,
und verzierte somit die Flügel mit Bildern.