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I) u d i k
I. Ablasstafel vom Jahre 14611.
Veranlasser, dass diese Tafel im genannten Jahre 1466 angefertigt
wurde, ist der Deutschordens-Priester, Jacob Wolgemuet,
damals Komthur und Pfarrer der Deutschordens-Kirche zur heil. Elisabeth
in Wien. Er seihst hat dies am Schlüsse der auseinandergesetzten
Indulgenzen mit folgenden Worten angemerkt: „Hane tabulam
disposuit fieri frater lacobus Wolgemuet, tune temporis Commendator
et plebanus huius ecclesie. Anno Domini M.CCCC. sexagesimo
sexto“. Und dass hier wirklich von der D. 0. Elisabethkirche
in Wien die Rede ist, ersieht man aus den unmittelbar dieser Note
vorangegangenen, mit Mennig geschriebenen deutschen Zeilen: „Nach
crist gepurd, do man czalt Tausend dreie hundert vnd in dem fiinfvndnewezigisten
iar an dem vierden suntag in dem advent ist geweicht
worden dy gegenwärtig chirchen, vnd ist dy chirichweich
gesetzt an Suntag nach Elisabeth“ — eine Thatsache, welche die
Gescliichte der Deutschordens-Commende zu Wien vollkommen bestätigt,
und eine Bestimmung, welche sich bis auf die Zeiten Kaisers
Josef 11. erhalten hatte.
Die Tafel selbst ist aus Nadelholz, 76 Centimeter breit und
60 Centimeter hoch, bildet demnach ein längliches rechtwinkeliges
Viereck, und wird von einem im vorigen Jahrhunderte angefertigten
gekehlten, braun lackirten Rahmen von 0 Cent. Breite umfasst. Auf
dem reingehobelten, mit lichtbraunem Pergamente überzogenen, aus
zwei gleichen Theilen bestehenden Breite sind in 4 Columnen, die
Columne zu 40, 41 und 42 Zeilen, die von den Päpsten dem deutschen
Ritterorden verliehenen Ablässe in deutscher Sprache mit lateinischen
Buchstaben niedergeschrieben und führen die Aufschrift: „Item
summa vnd besamung des ablas der prüder des deiutsches ordens
des Spital vnser lieben Frawen zu Jherusalern, Anno Domini Milesimo.
CCCC». sexagesimo sexto“. Es zeigt demnach diese Aufschrift, dass
die hier niedergelegten Ablässe wirklich für den gesammten deutschen
Ritterorden geltend sind.
Dass jedoch das vorliegende Exemplar speciell für die St. Elisabeth-Kirche
in Wien bestimmt war, haben wir bereits erwähnt.
Dies wohl die Ursache, dass statt des Initials der ersten Zeile eine
nette Miniatur, 9 Centimeter hoch und 9 Cent, breit, die heil. Eli-