Reichthum und Armuth in dem alten China.
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zurück und entflohen. Sie beluden die Wagen mit Erde und bedeckten
den oberen Theil mit Hülseufrüchten. Die Krieger litten Hunger
und wetteiferten, sie wegzunehmen. Die rotheu Augenbrauen kehrten
sofort zurück und machten einen Angrift'. Das Kriegsheer schmolz
zusammen und gerieth in Unordnung.
Um diese Zeit herrschte unter den Geschlechtern des Volkes
Hungersnoth und die Menschen verzehrten einer den andern. Ein
Pfund gelben Goldes vertauschte man gegen fünf Ganting Reis. Die
Wege waren abgeschnitten und ungangbar, die Zufuhren gelangten
nicht zur Stelle. Sämmtliche Krieger des Heeres benützten die Samen
der Früchte als Mundvorrath 1 ).
Keng-kung befand sich in der festen Stadt Su-11 und keine
Streitmacht erschien zum Entsätze. Nach einigen Monaten waren die
Lebensmittel zu Ende gegangen, und es herrschte Elend und Noth.
Er kochte jetzt Panzer und Armbrüste und verzehrte Sehnen und
Leder 2 ).
In der Welt herrschte Unordnung und die Menschen verzehrten
einer den andern. Li, der jüngere Bruder Tschao-hiao’s, wurde von
hungrigen Mördern gefangen. Hiao erfuhr dieses. Er band sich
sofort selbst, ging zu den Mördern und sprach: Li hat lange Zeit
Hunger gelitten und ist abgemagert, er ist nicht so gut wie ich, der
ich fett und satt hin. — Die Mörder erschraken heftig und entliessen
sie Beide 2 ).
Die rothen Augenbrauen drangen in Tschang-ngan. In den
Seitengebäuden des Palastes befanden sich mehrere hundert bis
tausend Menschen. Seit der Zeit, als Keng-schi geschlagen worden,
verschlossen sie das Thor der Vorhalle und traten nicht heraus. Sie
gruben die Wurzeln des in dem Vorhofe wachsenden Schilfrohres
aus, fingen die Fische in dem Teiche und verzehrten sie. Die Todten
wurden in dem Palaste begraben.
Daselbst befand sich ein alter Tempel. Ein Tonkünstler aus
Kan-tsiuen schlug noch immer in ihrer Gesellschaft die Trommel,
sang und tanzte. Seine Kleidung war dünn und durchsichtig. Er sah
Fen-tse, schlug das Haupt gegen den Boden und sagte, dass er hungrig
J ) Tung-kuan-han-ki.
2 ) Tung-kuan-han-ki.
*) Das Buch der späteren Han von Sie-sching.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LVIII. Bd. II. Hft.
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