106
P f i z m a i e r
kommen nicht zum Durchbruch. Wer in keiner Zurückgezogenheit
lebt, dessen Gedanken sind nicht grossartigi).
Das Buch Tschuang-tse sagt:
Wenn die Quelle vertrocknet, befinden sich die Fische in Gemeinschaft
auf dem festen Lande. Sie blasen auf einander, um sich
zu befeuchten. Sie erweichen einander, um zu schwimmen. Sie müssen
nothwendig auf den Strom und den See vergessen.
Khung-tse befand sich in Elend zwischen Tschin und Tsai.
Durch sieben Tage verzehrte er keine Speise von dem Feuer, die Brühe
vonBeifuss wurde nicht gemengt. Yen-hoei legte das Gemüse zurecht.
Tse-kung und Tse-lu sprachen zu einander: Dem Meister wurde die
Vertreibung zu Theil in Lu. Seine Fussspuren wurden getilgt in Wei.
Seine Bäume wurden gefällt in Sung. Er ist elend in Tschin und
Tsai. Kann ein Weiser so ohne Ehrgefühl sein?
Yen-hoei antwortete nichts, er trat ein und brachte Khung-tse
die Meldung. Khung-tse schob die Cither von sich und sprach seufzend:
Yeu und Sse sind unbedeutende Menschen. Ich berief sie zu
mir und sprach mit ihnen. Jetzt habe ich an den Wegen der Menschlichkeit
und Gerechtigkeit festgehalten und habe die Unbilden des
Zeitalters erfahren. Wie könnte dieses das Elend sein? 3 )
Ein Mensch von Lu war geschickt im Weben von Schuhen, seine
Gattin war geschickt im Weben von seidenen Mützen, und sie übersiedelten
nach Yue. Jemand sagte zu ihnen: Ihr werdet gewiss in
Elend gerathen. Die Schuhe sind dasjenige, worauf die Menschen
treten, aber die Menschen von Yue besteigen die Schiffe. Die seidenen
Mützen sind dasjenige, womit die Menschen das Haupt bedecken,
aber die Menschen von Yue bedecken sich mit ihrem
Haupthaar. Wolltet ihr auch von Elend befreit sein, kann euch dieses
gelingen?«)
Das Buch Hoai-nan-tse sagt:
Vor den elenden und niedrigen Altären 4 ) klopfte man auf die
Schüsseln, schlug die Krüge in gegenseitigem Einklang und sang.
Man hielt dies für eine Musik. Einst versuchte man es, statt dessen
*) Das Buch Siün-king-tse.
3 ) Das Buch Tschuang-tse.
5 ) Das Buch Han-tse.
4 ) Die elenden und niedrigen Altäre sind die kleinen Altäre der elenden Gassen.