Reichthum und Armuth in dem alten China.
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Yuen führte den Jünglingsnamen Ken-kiü. In seinem eilften Jahre
verlor er den Vater. Sein Haus war arm und er frühzeitig verwaist.
In der Nachbarschaft befand sich ein Schreibhaus. Yuen ging zu
dessen Seite hinüber und weinte.
Der Lehrer fragte: Warum ist der Knabe traurig?
Yuen sprach: Der Verwaiste ist leicht zu verletzen, der Arme
ist leicht zu rühren. Diese Schreibenden haben gewiss ihren Vater
und ihren älteren Bruder. Was das Eine betrifft, so wünschte ich, dass
ich nicht verwaist wäre. Was das Zweite betrifft, so bin ich begierig,
an dem Lernen theilzunehmen. Im Herzen schmerzt mich dieses,
und ich weine deswegen.
Der Lehrer ward ebenfalls traurig über die Worte Yuen's und
er sprach weinend: Wenn du schreiben willst, so kannst du schreiben.
In den besonderen Überlieferungen von Hoan-kiai wird gesagt:
Kiai war arm und sparsam. Kaiser Wen besuchte einst sein Wohnhaus
und sah, dass die Söhne keine Unterhosen hatten. Kaiser Wen
schlug in die Hände und sprach lachend: Die Söhne eines Altesten
haben keine Unterhosen! — Er schloss die Kinder in die Arme und
nahm sie zu sich in den Wagen.
An diesem Tage ernannte er die zwei Söhne zu Leibwächtern
und liess an das gelbe Thor den Auftrag ergehen, dreissig Kleider
herauszugeben. Indem er dieses schenkte, sprach er: Wenn deine
Kinder fähig sein werden, herbeizueilen, können sie dies in Unterhosen
thun.
In den Überlieferungen von Männern der Schrift (loen-ssetschuen)
heisst es:
Lieu-liang führte den Jünglingsnamen Man-san. Man nennt ihn
auch mit dem Namen Kien. Derselbe war einer von den Söhnen und
Enkeln des Hauses der Han. In seiner Jugend zeigte er grosse Fähigkeiten
und wurde seiner Belesenheit willen geschätzt. Liang war
arm, er verkaufte gewöhnlich Bücher, um sich Kleider und Speise
zu verschaffen.
In dem Wandel der früheren weisen Männer von Ju-nan Qiinan-sien-hien-hang-tschuang)
heisst es:
Hu-ting führte den Jünglingsnamen Yuen-ngan und stammte aus
Ying-tschuen. Er zeichnete sich zuletzt im Wandel vor den übrigen Menschen
aus. Als er sich einst in der Trauer befand, gingen Fasanen und
Hasen in seinem Vorhofe umher und der Schnee bedeckte sein inne-7