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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Reichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.

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Yuen  führte  den  Jünglingsnamen  Ken-kiü.  In  seinem  eilften  Jahre
verlor  er  den  Vater.  Sein  Haus  war  arm  und  er  frühzeitig  verwaist.
In  der  Nachbarschaft  befand  sich  ein  Schreibhaus.  Yuen  ging  zu
dessen  Seite  hinüber  und  weinte.
Der  Lehrer  fragte:  Warum  ist  der  Knabe  traurig?
Yuen  sprach:  Der  Verwaiste  ist  leicht  zu  verletzen,  der  Arme
ist  leicht  zu  rühren.  Diese  Schreibenden  haben  gewiss  ihren  Vater
und  ihren  älteren  Bruder.  Was  das  Eine  betrifft,  so  wünschte  ich,  dass
ich  nicht  verwaist  wäre.  Was  das  Zweite  betrifft,  so  bin  ich  begierig, ­
  an  dem  Lernen  theilzunehmen.  Im  Herzen  schmerzt  mich  dieses,
und  ich  weine  deswegen.
Der  Lehrer  ward  ebenfalls  traurig  über  die  Worte  Yuen's  und
er  sprach  weinend:  Wenn  du  schreiben  willst,  so  kannst  du  schreiben.
In  den  besonderen  Überlieferungen  von  Hoan-kiai  wird  gesagt:
Kiai  war  arm  und  sparsam.  Kaiser  Wen  besuchte  einst  sein  Wohnhaus ­
  und  sah,  dass  die  Söhne  keine  Unterhosen  hatten.  Kaiser  Wen
schlug  in  die  Hände  und  sprach  lachend:  Die  Söhne  eines  Altesten
haben  keine  Unterhosen!  —  Er  schloss  die  Kinder  in  die  Arme  und
nahm  sie  zu  sich  in  den  Wagen.
An  diesem  Tage  ernannte  er  die  zwei  Söhne  zu  Leibwächtern
und  liess  an  das  gelbe  Thor  den  Auftrag  ergehen,  dreissig  Kleider
herauszugeben.  Indem  er  dieses  schenkte,  sprach  er:  Wenn  deine
Kinder  fähig  sein  werden,  herbeizueilen,  können  sie  dies  in  Unterhosen ­
  thun.
In  den  Überlieferungen  von  Männern  der  Schrift  (loen-ssetschuen)
  heisst  es:
Lieu-liang  führte  den  Jünglingsnamen  Man-san.  Man  nennt  ihn
auch  mit  dem  Namen  Kien.  Derselbe  war  einer  von  den  Söhnen  und
Enkeln  des  Hauses  der  Han.  In  seiner  Jugend  zeigte  er  grosse  Fähigkeiten ­
  und  wurde  seiner  Belesenheit  willen  geschätzt.  Liang  war
arm,  er  verkaufte  gewöhnlich  Bücher,  um  sich  Kleider  und  Speise
zu  verschaffen.
In  dem  Wandel  der  früheren  weisen  Männer  von  Ju-nan  Qiinan-sien-hien-hang-tschuang)
  heisst  es:
Hu-ting  führte  den  Jünglingsnamen  Yuen-ngan  und  stammte  aus
Ying-tschuen.  Er  zeichnete  sich  zuletzt  im  Wandel  vor  den  übrigen  Menschen ­
  aus.  Als  er  sich  einst  in  der  Trauer  befand,  gingen  Fasanen  und
Hasen  in  seinem  Vorhofe  umher  und  der  Schnee  bedeckte  sein  inne-7


            
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