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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 58. Band, (Jahrgang 1868)

Reichthum  und  Armuth  in  dem  alten  China.

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Der  Fürst  sprach:  Eine  Sache  nicht  reiflich  erwägen,  ist  der
erste  Dieb.  Zur  Unzeit  säen  und  ernten,  ist  der  zweite  Dieb.  Ein
Weib  nehmen,  ohne  es  fähig  zu  sein,  ist  der  dritte  Dieb.  Zu
viele  Töchter  ernähren,  ist  der  vierte  Dieb.  Die  Geschäfte  hintansetzen ­
  und  sich  dem  Weine  zuwenden,  ist  der  fünfte  Dieb.  Eine  übermässige ­
  Menge  von  Kleidungsstücken  ist  der  sechste  Dieb.  Beim  Verschliessen
  und  Borgen  nicht  sorgfältig  sein,  ist  der  siebente  Dieb.  Von
dem  Brunnen  und  dem  Herde  keinen  Nutzen  haben,  ist  der  achte
Dieb.  Den  Sohn  emporheben  und  ihm  Hochachtung  bezeigen,  ist  der
neunte  Dieb.  Ohne  dass  man  etwas  zu  thun  hat,  eine  Lampe  brennen,
ist  der  zehnte  Dieb.  Wessen  The.il  dieses  ist,  wie  könnte  er  reich
werden?
König  Wu  sprach:  Vortrefflich!
In  den  Überlieferungen  von  charakterfesten  Frauen  heisst  es:
Die  Gattin  Kien-liii’s  ist  die  Gattin  des  Lehrers  Kien-liii  von  Lu.
Als  der  Lehrer  starb,  machte  sich  Tseng-tse  mit  den  Menschen  des
Thores  auf  den  Weg,  damit  er  um  ihn  trauere.  Er  sah,  dass  der
Leichnam  des  Lehrers  sich  unter  dem  Fenster  befand.  Derselbe  war
mit  einer  Decke  von  Tuch  bedeckt,  und  seine  Hände  und  Füsse
waren  nicht  vollständig  eingehüllt.  Bedeckte  man  das  Haupt,  so
wurden  die  Füsse  sichtbar.  Bedeckte  man  die  Füsse,  so  wurde  das
Haupt  sichtbar.
Tseng-tse  sprach:  Man  bringe  die  Decke  in  eine  schiefe  Richtung, ­
  und  er  wird  dann  eingehüllt  sein.
Die  Gattin  sprach:  Der  Überfluss  des  Schiefen  ist  nicht  so  viel,
wie  das  Unzureichende  des  Geraden.  Weil  ferner  der  Lehrer  nicht
schief  war,  ist  es  mit  ihm  so  weit  gekommen.
In  denselben  Überlieferungen  von  charakterfesten  Frauen  heisst  es:
Siü-ngu  von  Tsi  war  ein  armes  Weib  in  der  Gegend  des  östlichen ­
  Meeres.  Dieselbe  hatte  mit  ihrer  Nachbarin  Li-ngu  und  anderen
Weibern  eine  gemeinsame  Kerze  und  begab  sich  mit  ihnen  zur  Arbeit. ­
  Siü-ngu  war  sehr  arm,  und  ihre  Kerze  wurde  öfters  nicht  beigestellt. ­

Li-ngu  sagte:  Die  Kerze  Siü-ngu’s  wurde  öfters  nicht  beigestellt. ­
  Ich  bitte,  dass  wir  sie  nicht  an  der  Nacht  theilnehmen  lassen.
Siü-ngu  sprach:  Was  für  ein  Wort  ist  dies?  Wenn  jetzt  in
einem  Hause  ein  Mensch  mehr  ist,  wird  die  Kerze  desswegen  nicht
heller.  Entfernt  man  einen  Menschen,  so  wird  die  Kerze  desswegen
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LVIll.  Bd.  II.  Hft.  7
            
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