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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Wort  und  Form  im  altfranzösischen  Prosess.

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spontane  Äusserung  derselben  oder  sie  wird  durch  die  an  sie  gerichtete ­
  Frage  hervorgerufen,  ob  sie  dem  Worte  des  Vorsprechers  beitrete ­
  oder  widerspreche  (avouer,  octroyer,  garantir,  lat.  advocare,
garantizare,  —  desdire,  neer,  contredire,  rappeier,  desavouerj.
Nach  normannischem  Rechte  ist  es  Sache  des  Richters,  nach  jeder
Erklärung  des  Vorsprechers  die  Partei  zu  fragen,  ob  sie  zustimme
oder  nicht.  Aujuge  est  de  faire  advouer  les  advocas,  quant  ilz
ont  plaidie  »).  Die  Urtheilfällung  darf  ja  nur  auf  jene  Worte  des  Vorspreehers
  Rücksicht  nehmen,  welche  die  Partei  ausdrücklich  garantiert ­
  hat.  Jede  andere,  auch  die  nicht  ausdrücklich  widersprochene
Erklärung  müsste  ignoriert  werden,  entsprechend  dem  Vorbehalte
des  Mündels  bei  Bestellung  des  Vorsprechers:  cum  pro  me  proposuerit
  quod  iniunxi,  ipsum  garantizabo.  So  hielt  es  auch  das  Recht
von  Lille.  Daselbst  stellte  der  Richter  an  die  im  Worte  vertretene
Partei  nach  jeder  Rede  des  Vorsprechers  die  stets  wiederkehrende
Frage:  En  ne  dites  vous  cliou?  Nur  auf  ihr  oil  hin  war  die
Partei  an  dessen  Wort  gebunden.  Im  entgegengesetzten  Falle  berief
sie  sich  darauf,  dass  sie  dem  Vorsprecher,  als  sie  ihn  bestellte,  sagte:
Dites  chou  que  jou  vos  ai  kiefkiet 2 ).
Anderwärts  wird  umgekehrt  jede  Erklärung  des  Vorsprechers
als  Wort  des  Mündels  betrachtet,  welche  nicht  ausdrücklich  widerrufen ­
  wurde.  Soweit  dies  nicht  geschieht,  wird  ein  stillschweigendes
Octroi  fingiert.  Glaubt  daher  die  Partei,  dass  ihr  Vorsprecher  eine
nachtheilige  Äusserung  gethan,  so  liegt  es  an  ihr,  den  Widerspruch  zu
erheben  und  die  Besserung  anzubringen  oder  anbringen  zu  lassen.
Aufmerksamkeit  in  dieser  Richtung  wird  in  den  Quellen  namentlich
den  Consulenten  des  Sachwalters  zur  Pflicht  gemacht.  Scheint  dem
Consulenten  ein  Amendement  nothwendig,  so  soll  er  es  nach  Jean
d'lbelin  entweder  sofort  selbst  zur  Durchführung  bringen  oder  insgeheim ­
  die  Partei  und  ihren  Vorsprecher  verständigen,  bevor  der  Fehler ­
  desselben  in  der  Sache  nachtheilige  Folgen  nach  sich  zieht  3 ).

*)  Cout.  Style  et  Usage  de  Normandie  (saec.  XIV?)  ch.  14,  Memoires  II.  S.  8.  B.
2 )  Roisin  Franchise»  de  Lille  22  ff,  N.  2,  6;  cf.  78.
3 )  se  autre  la  (parole)  dit  et  il  li  semble  que  il  i  puisse  amender,  il  le  doit  faire  ou  .
dire  le  priveement  ä  celui,  a  qui  conseill  il  est,  et  a  celui  qui  a  dite  Ia  parole  et
avant  que  sele  faute  de  quey  celui  qui  aura  dite  la  parole  aura  failli,  grege  ou  puisse
gregier  ä  celui  a  qui  conceiil  il  est,  si  qu’il  le  puisse  amender  ä  höre  et  a  tens
sauz  son  damage.  Jean  d'lb.  ch.  10.  Cf.  Tres  anc.  Cout.  de  ßret.  ch.  263:  Et  si  ung
            
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