Wort und Form im altfranzösischen Prosess.
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spontane Äusserung derselben oder sie wird durch die an sie gerichtete
Frage hervorgerufen, ob sie dem Worte des Vorsprechers beitrete
oder widerspreche (avouer, octroyer, garantir, lat. advocare,
garantizare, — desdire, neer, contredire, rappeier, desavouerj.
Nach normannischem Rechte ist es Sache des Richters, nach jeder
Erklärung des Vorsprechers die Partei zu fragen, ob sie zustimme
oder nicht. Aujuge est de faire advouer les advocas, quant ilz
ont plaidie »). Die Urtheilfällung darf ja nur auf jene Worte des Vorspreehers
Rücksicht nehmen, welche die Partei ausdrücklich garantiert
hat. Jede andere, auch die nicht ausdrücklich widersprochene
Erklärung müsste ignoriert werden, entsprechend dem Vorbehalte
des Mündels bei Bestellung des Vorsprechers: cum pro me proposuerit
quod iniunxi, ipsum garantizabo. So hielt es auch das Recht
von Lille. Daselbst stellte der Richter an die im Worte vertretene
Partei nach jeder Rede des Vorsprechers die stets wiederkehrende
Frage: En ne dites vous cliou? Nur auf ihr oil hin war die
Partei an dessen Wort gebunden. Im entgegengesetzten Falle berief
sie sich darauf, dass sie dem Vorsprecher, als sie ihn bestellte, sagte:
Dites chou que jou vos ai kiefkiet 2 ).
Anderwärts wird umgekehrt jede Erklärung des Vorsprechers
als Wort des Mündels betrachtet, welche nicht ausdrücklich widerrufen
wurde. Soweit dies nicht geschieht, wird ein stillschweigendes
Octroi fingiert. Glaubt daher die Partei, dass ihr Vorsprecher eine
nachtheilige Äusserung gethan, so liegt es an ihr, den Widerspruch zu
erheben und die Besserung anzubringen oder anbringen zu lassen.
Aufmerksamkeit in dieser Richtung wird in den Quellen namentlich
den Consulenten des Sachwalters zur Pflicht gemacht. Scheint dem
Consulenten ein Amendement nothwendig, so soll er es nach Jean
d'lbelin entweder sofort selbst zur Durchführung bringen oder insgeheim
die Partei und ihren Vorsprecher verständigen, bevor der Fehler
desselben in der Sache nachtheilige Folgen nach sich zieht 3 ).
*) Cout. Style et Usage de Normandie (saec. XIV?) ch. 14, Memoires II. S. 8. B.
2 ) Roisin Franchise» de Lille 22 ff, N. 2, 6; cf. 78.
3 ) se autre la (parole) dit et il li semble que il i puisse amender, il le doit faire ou .
dire le priveement ä celui, a qui conseill il est, et a celui qui a dite Ia parole et
avant que sele faute de quey celui qui aura dite la parole aura failli, grege ou puisse
gregier ä celui a qui conceiil il est, si qu’il le puisse amender ä höre et a tens
sauz son damage. Jean d'lb. ch. 10. Cf. Tres anc. Cout. de ßret. ch. 263: Et si ung