Wort und Form im altfranzöäischeu Process.
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So glaube icli wenigstens den Vorbehalt verstehen zu dürfen, welchen
der Vorsprecher des Beklagten seiner Rede anfugt, indem er
erklärt: Si fais je bien retenud de plus fere et de plus dire en
Heu et en temps quand droit m'i amenra >).... si que je ne
chide mie en tort envers le demandeur ni u la Justice s ),
dont je vous requiers droit comme ä Justice, se vous le me deves
fere ou non, ... et la Justice li doit faire esgarder en la court par
droit. . .
Aus dem Gebiete des anglonormannischen Rechtes ist der
coungd de beul pleder, 'die licentia pidchre placitandi liieherzuzählen,
worunter die von den Parteien ausbedungene Befreiung
von der Gefahr der Rede zu verstehen ist. Durch Prov. 43, Henry III,
c. 11; Stat. de Marieberge 52, Henry III. c. 11; Stat. Westminster I. 3,
Edw. I. c. 8 und 1 Edw. III. st. 2, c. 8 wurde es verboten, diese Erlaubnis
den Parteien gegen Ablösungssummen, Fines, zu verkaufen.
Nothwendig wurde dieses oft erneute Verbot durch die Unsitte, dass
mancher Richter die Parteien so lange chicanierte (occasionabat
arguendo et redarguendo) bis sie finem faciebant pro pidchre placitando,
d.h. bis sie sich durch Versprechen einer Pauschalsumme ein
für allemal von den Bussen für etwaige einzelne Verstösse loskauftens).
Den genannten Cautelen, welche entweder nur local oder nur
unter bestimmten Voraussetzungen zur Anwendung kommen, reiht
sich die allenthalben zulässige Massregel der Zuziehung von Hilfspersonen
und — was hiedurch ermöglicht wird — das Amendement
de la parole an. Die Quellen kennen ein zweifaches Amendement,
*) Folgt eine Verweisung auf 1. 2 Cod. Just. VII, 30 (sentent. resc.).
2 ) Damit ist doch wohl mehr als ein blosses Amendement de la parole gemeint.
3 ) Statutes of the Realm I, 9, 22, 28, 256, Fleta 147, §. 18, Britton I, 80. A. A. Coke
Institutes of the Laws of England pt. II, 122, Reeves History of the engl. Law
II, 70. Ein ähnlicher Missbrauch herschte in Westfalen im 15. Jahrh. Siegel
Gefahr 19. Anders stand die Sache in London , für dessen Gerichte durch ein
Privileg König Heinrichs 11.1154 die rechtlichen Folgender Miskenniga(desMissesprechens)
überhaupt aufgehoben wurden. Hoc etiam eis concessi quod in civitate in
nullo placito sit Miskenninga. Houard Anciennes Loix des Francois (Rouen 1766) II,
263. Legg. Henrici I. bei S c h m i d Gesetze der Ags. 435, §. 8, und ferner LL. Henr. I.
c. 22: transeunt autem (causae) in mislocutione, miskenninge, quae magis inhorruit
in Londonia. Miskenninga hiess auch die Busse, welche für das Missesprechen
bezahlt wurde; in dieser Bedeutung findet sich das Wort häufig in den Immunitätsurkunden
für englische Kirchen. Du C an g e Gl. IV, 432, S c h m i d a. a. 0. Gl. 632.