Wort und Form im altfrnnzüsischen Process. 743
für nichtig pour ce que ce est faxt dou murtre, ä qui Couverture de
court na adons (alors) mestier 1 ).
4. Gewissen Formvorschriften gegenüber wird es der Partei
gestattet, sich vorzubehalten, dass ihr ein Verstoss nicht zum
Schaden gereichen solle. Die Wirksamkeit derartiger Vorbehalte ist
jedoch auf bestimmte Fälle beschränkt, an bestimmte Voraussetzungen
gebunden. Aus dem Rechte von Beauvoisis gehört das Retenail
gegen die Folgen der Namenverwechslung, aus dem von Lille gehört
der Vorbehalt des Stammlers und des Fremden gegen das Missesprechen,
sowie der gegen die Formvorschriften über die Handauflegung
beim Eide hieher.
5. Die umfassendste Erleichterung vermochte die Partei sich
dort zu verschaffen, wo es zulässig war, sich vom Gerichtsherrn oder
dessen Stellvertreter die Befreiung vom Formalismus des Processes
auszuwirken. Das war in Bezug auf die Gefahr der Rede nach altem
Rechte von Lille der Fall. Wenn der Sachwalter um das Zugeständniss
bat, ohne Gefahr sprechen zu dürfen (congiet de parier sans
entrepresure), so konnte der Vertreter des Gerichtsherrn diese
Erlaubniss geben, und zwar entweder nur soweit, als es sich um
Bussen bis zum Betrage von 60 solidi handeln würde, oder auch ohne
eine solche Beschränkung beizufügen. Stets aber sollte cliius qui
tient le liu dou signeur die Bitte um Nachsicht des strengen Rechts
nur mit einer Clausel gewähren. 'Bien me plaist, soll er sagen,
wenn er die Befreiung gewährt, qxie vous parles sans entrepresure,
sauf che que vous ne dites lait ä eschevins ne ä autrui.’ Die
eximierte Partei soll durch die Exemtion von den drohenden Bussen
nicht etwa die Befugniss erhalten, in ihrer Rede die Schöffen oder
andere Personen ungestraft verunglimpfen zu dürfen 3 ). Abgesehen
J ) AI»rege II. partie, eh. 20 Beugnot Ass. II, 337.
a ) Roisin, 29, N. 6: Apries Ie presentement fait . . . li demandans par lui ou par
amparlier doit . . . dire . . . ce qu’il demnnde a son adversare ... et doit parier
par loy, s’il n’en prent congiet au tenant le liu dou signeur et qu’il li doinst
congiet de parier sans entrepresure. Et s’il li donne congiet de parier sans entrepresure
treschi a LX sous ou parmi nient quil ni maiche point de nombre d’argent,
si doit biens chius qui tient le liu dou signeur dire . . . etc. wie im Texte.
Parier par loy ist mir soviel als dieere per legem, dem strengen Rechte gemäss
sprechen. Anders fasst die Sache ,B ru n-Lava i n n e in der Inhaltsangabe dieses
Abschnitts. *11 (le demandeur) doit faire parier un komme de loi, s il n’a dem and e et