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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Brunner

die  Dingleute  auffordern,  ein  Urtlieil  zu  finden  über  die  Frage,  in
welchen  Waffen  die  Kämpfenden  sich  zu  präsentieren  haben,  et  la
court  le  deit  conoistre  selonc  ce  que  il  sont  Chevaliers  ou  serjans  1 ).
3.  Hiemit  verwandt  ist  die  Vorsichtsmassregel,  die  nöthigen
Anträge  nicht  bestimmt  zu  formulieren,  sondern  sich  von  vorneherein
auf  den  Ausspruch  der  Dingleute  zu  berufen,  indem  man  erklärt,
dass  man  thun  wolle,  was  das  Gericht  für  nöthig  erkennen  werde,
oder  was  man  von  Rechtswegen  thun  solle.  So  konnte  nach  Li  Livres ­
  de  Jostice  et  de  Plet  der  Kläger,  anstatt  den  Beweis  durch  gerichtlichen ­
  Zweikampf  anzubieten,  sich  in  folgender  Weise  äussern:
s'il  (der  Beklagte)  viaut  dire  que  ce  ne  soit  voirs,  il  (der  Kläger)
est  prez  de  mostrer  et  de  l’  andrer  que  ce  est  voirs,  si  comme  la
cort  agnrdera  (esgardera)  que  il  fere  le  doie  2 ).  Der  Beklagte
hinwiederum  durfte  antworten:  Et  je  sui  prez  de  fere  encontre  tel
ni  et  tel  deffansse  comme  je  doi  3 ).  Die  Berufung  auf  ein  belehrendes ­
  Urtheil  der  Dingleute,  mag  sie  nun  nach  rechtsförmlichem
Angebot  (2)  oder  anstatt  desselben  erfolgen,  nannte  man  se  couvrir
  du  fait  de  la  court,  die  durch  das  Urtheil  gegebene  Belehrung ­
  Couverture  de  court.  Das  Verlangen  des  Urtheils  halte  ja  den
Zweck,  vor  einem  fehlerhaften  Antrag  oder  einer  fehlerhaften  Ausführung ­
  eines  gemachten  Antrags  zu  sichern.  Hatte  die  Partei  hierüber ­
  ein  Urtheil  der  Schöffen,  so  konnte  sie  gefahrlos  darnach  handeln, ­
  das  Urtheil  deckte  ihr  Vorgehen,  wenn  ihm  dieses  entsprach.
Aber  nicht  allenthalben  war  dies  Auskunftsmittel  gestattet.  Im  Verhältniss
  zum  strengen  Rechte  haben  wir  seine  Zulässigkeit  als  Ausnahme ­
  anzusehen.  Eine  Quelle  des  anglo-normannischen  Rechtes
betont  ausdrücklich,  dass  der  Beklagte  mit  der  Erklärung:  quod
velit  se  defendere  sicut  curia  .  .  consideraverit  als  non  defensus
zu  betrachten  sei,  denn  mit  nichten  sei  es  Sache  des  Gerichts  ihn  zu
belehren,  wie  er  sich  zu  vertheidigen  habe  »).  Und  das  Abrdge  du
livre  des  Ass.  de  la  Cour  des  Bourgeois  erklärt  die  Mordklage,  bei
welcher  man  den  Beweis  des  Mordes  auf  das  Urtheil  der  Cour  stellt,

J )  Jean  d'Ibelin  ch.  89.
2)  L.  L.  d.  J.  §.  1,  XIX,  1.
3 )  A.  a.  0.  §.  1,  XIX,  4.
Bractou  138 b :  si  .  .  simpliciter  dicat  quod  velit  se  defendere  sicut  curia
domini  regis  consideraverit,  nisi  plus  dicat,  non  erit  defensus,  quia  non  pertinet
ad  curiam  regis  inslruere  eum  qualiter  se  defendere  deheat.
            
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