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Brunner
habe man gesehen oder gehört, dass er gethan, was jener von ihm
bezeugt i). Darüber lege er sein Kampfpfand in die Hände des Richters
und erbiete sich, seine Worte gegen den Zeugen zu erweisen mit eigenem
Leib oder durch einen Andren, und behalte sich vor einen Vormund
im Kampfe und Erholung in Waffen, Wort und That und alles das,
was beim Zweikampf dazu gehört, um Mannes Leib zu wahren, zu
schützen und zu vertheidigen. Nach den sogenannten Anciennes Constitutions
du Chatelet 3 ) soll der Scheltende den Zeugen am Zipfel
des Kleides 3 ) fassen und sagen: Je lieve cestui come faus tesmoins
et desloial. Hieran schliesst sich das Angebot des Kampfes mit
seinen weitläufigen Retenails.
Über den entscheidenden Moment, in welchem die Zeugenschelte
anzubringen sei, berschte unter den französischen Juristen
des Orients eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit. Philipp von
Navarra 4 ) und mit ihm Geoffroy Le Tort 5 ) verlangen, dass der
Scheltende den Zeugen sofort nachdem er niedergekniet um den
Schwur zu leisten, an der rechten Hand fasse und schelte. Würde
er so lange zögern, bis beide Zeugen geschworen haben, dann wäre
ihr Zeugniss unumstösslich und jener hätte seinen Rechtstreit verloren
8 ). Anders fassen die beiden Ibelin die Sache auf. Nach
ihnen soll die Schelte nicht bei Beginn sondern am Schluss der
Eidesleistung eintreten. Jacques d’Ibelin behandelt die Zeugenschelte
im Anschluß an die Schelte des Kampfeides und sagt: se il ne le
fait tot ensi. . . il a sa quarelle perdue 7 ). Demnach ist der
Schwörende zu schelten, wenn er zu Ende geschworen aber noch
bevor er sich aus der knieenden Stellung erhoben hat. Jean d'Ibelin,
*) Et si tost come li tesmoins sera agenouillies pour jurer et ara se main seur les
Sains, chil a qui on demande le dete ou ses avocas devera aler avant et prendre le
tesmoing par la main, qu’il ara mise seur les Sains, et lever et dire qu’il est faua
tesmoins et qu’il ne fu onques veus ne ois en lieu ne en estre a che faire qu’il
tesmoigne . . .
2 ) Art. 58.
8 ) 'Et les doit tenir par les paus des robes. 5
4 ) Ch. 10, Beugnot Ass. I, 483.
*) Ch. 23, Beugnot Ass. I, 441.
6 ) et se celui qui en viaut Tun lever, seufre taut que il aient andui jure, lor garentie
sera ferme et il aura sa querele perdue. Phil, de Nav. a. a. U.
7 ) Ch. 20, B e u g n o t Ass. I, 460.