Wort und Form im altfranzösischen Process.
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waren die Eidesformalien dieselben, abgesehen von dein Inhalt der
Schwurformel und den auf die Eideshelfer bezüglichen Vorschriften.
Der Schwörende musste die rechte Hand auf die Heiligen legen und
dabei den Daumen unterhalb der anderen Finger fest in die Hand
schliessen. So lange der Schwur dauerte, musste die Hand in dieser
Weise regungs- und bewegungslos auf die Reliquien gehalten werden.
Wer den Daumen nicht fest in die Hand schloss, die Hand anders
hielt als üblich war, wer während des Schwures mit der Hand
wackelte, sie bewegte oder gar von den Heiligen wegzog, ehe die
Formel zu Ende gesprochen war, der hatte im Eide gefehlt fentreprendre),
der hatte seine Sache verloren Eine Ausnahme galt nur
für jene, die wegen Siechthums oder körperlichen Gebrechens nicht
im Stande waren, diese Förmlichkeiten zu erfüllen, vorausgesetzt dass
der Schwörende oder der ihn zum Eide führte, dieses Hinderniss vor
dem Schwur mit dem Vorbehalt kundgab, dass ein Verstoss aus diesem
Grunde nicht zum Schaden gereichen dürfe, que s’il entreprencloit
ä ses lois et ä son serment faire, que il ne picrge riens par
raison de son empeeschement 2 ). — Der Eid wird auch hier verbis
solemnibus geschworen, die genau vorgeschrieben waren. Handelte
es sich z. B. um eine Schuld von 20 Sous, so lauteten ’les paroles
que li demundans doit dire as sains' folgendermassen: De ches
XX sous parisis que jou sour Jehan damai, d’ensi quejou y clamai,
ä droit y damai. Si m’ait Dius et chist Saint. Dieser Formel
entsprach folgender Eid des Beklagten: De dies XX sous parisis
que Jehans sour mi clama, ä tort y clama au mien ensiant. Si
m'ait Dius et eist Saint. Darauf hin hatten die Eidhelfer (qui
aident le deffendant) einzufallen : tel sierment que Jehans chi jura
boin sierment y jura au mien ensiant. Si m'ait Dius et chist
Saint s). Der Eid ist misslungen, wenn die üblichen Worte nicht
*) Quiconques remuerit ne crolleroit le main en jurant sour les Sains, il aroit se querielle
perdue, se partie Je reprendoit et tournoit ä atainte ou a delivre: Roisin 33,
N. 6. — Car quiconques va as Sains soit hom soit femme, s’il oste se main des Sains
ains qu’il ait juret et dit les paroles teilles que usages et lois porte, ou s’il ne
disoit les parolles telles que il est uset ou s’il ne les disoit si qu’il deveroit al
enteilte d’eschevins ou qu’il entrepresist au dire, il aroit se querielle perdue . . .
Roisin 32, N. 2. — Si . . . manum plus solito elevet aut in palma pollicem firmiter
non teneat . . . causam suam penitus amittit. Ord. 1. c.
2 ) Roisin 32, N o.
3 ) R o i s i n 34 ff.