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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Wort  und  Form  im  altfranzösischen  Process.

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waren  die  Eidesformalien  dieselben,  abgesehen  von  dein  Inhalt  der
Schwurformel  und  den  auf  die  Eideshelfer  bezüglichen  Vorschriften.
Der  Schwörende  musste  die  rechte  Hand  auf  die  Heiligen  legen  und
dabei  den  Daumen  unterhalb  der  anderen  Finger  fest  in  die  Hand
schliessen.  So  lange  der  Schwur  dauerte,  musste  die  Hand  in  dieser
Weise  regungs-  und  bewegungslos  auf  die  Reliquien  gehalten  werden.
Wer  den  Daumen  nicht  fest  in  die  Hand  schloss,  die  Hand  anders
hielt  als  üblich  war,  wer  während  des  Schwures  mit  der  Hand
wackelte,  sie  bewegte  oder  gar  von  den  Heiligen  wegzog,  ehe  die
Formel  zu  Ende  gesprochen  war,  der  hatte  im  Eide  gefehlt  fentreprendre),
  der  hatte  seine  Sache  verloren  Eine  Ausnahme  galt  nur
für  jene,  die  wegen  Siechthums  oder  körperlichen  Gebrechens  nicht
im  Stande  waren,  diese  Förmlichkeiten  zu  erfüllen,  vorausgesetzt  dass
der  Schwörende  oder  der  ihn  zum  Eide  führte,  dieses  Hinderniss  vor
dem  Schwur  mit  dem  Vorbehalt  kundgab,  dass  ein  Verstoss  aus  diesem ­
  Grunde  nicht  zum  Schaden  gereichen  dürfe,  que  s’il  entreprencloit
  ä  ses  lois  et  ä  son  serment  faire,  que  il  ne  picrge  riens  par
raison  de  son  empeeschement 2 ).  —  Der  Eid  wird  auch  hier  verbis
solemnibus  geschworen,  die  genau  vorgeschrieben  waren.  Handelte
es  sich  z.  B.  um  eine  Schuld  von  20  Sous,  so  lauteten  ’les  paroles
que  li  demundans  doit  dire  as  sains'  folgendermassen:  De  ches
XX  sous  parisis  que  jou  sour  Jehan  damai,  d’ensi  quejou  y  clamai,
ä  droit  y  damai.  Si  m’ait  Dius  et  chist  Saint.  Dieser  Formel
entsprach  folgender  Eid  des  Beklagten:  De  dies  XX  sous  parisis
que  Jehans  sour  mi  clama,  ä  tort  y  clama  au  mien  ensiant.  Si
m'ait  Dius  et  eist  Saint.  Darauf  hin  hatten  die  Eidhelfer  (qui
aident  le  deffendant)  einzufallen  :  tel  sierment  que  Jehans  chi  jura
boin  sierment  y  jura  au  mien  ensiant.  Si  m'ait  Dius  et  chist
Saint  s).  Der  Eid  ist  misslungen,  wenn  die  üblichen  Worte  nicht
*)  Quiconques  remuerit  ne  crolleroit  le  main  en  jurant  sour  les  Sains,  il  aroit  se  querielle
  perdue,  se  partie  Je  reprendoit  et  tournoit  ä  atainte  ou  a  delivre:  Roisin  33,
N.  6.  —  Car  quiconques  va  as  Sains  soit  hom  soit  femme,  s’il  oste  se  main  des  Sains
ains  qu’il  ait  juret  et  dit  les  paroles  teilles  que  usages  et  lois  porte,  ou  s’il  ne
disoit  les  parolles  telles  que  il  est  uset  ou  s’il  ne  les  disoit  si  qu’il  deveroit  al
enteilte  d’eschevins  ou  qu’il  entrepresist  au  dire,  il  aroit  se  querielle  perdue  .  .  .
Roisin  32,  N.  2.  —  Si  .  .  .  manum  plus  solito  elevet  aut  in  palma  pollicem  firmiter
non  teneat  .  .  .  causam  suam  penitus  amittit.  Ord.  1.  c.
2 )  Roisin  32,  N  o.
3 )  R  o  i  s  i  n  34  ff.
            
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