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zweitens auf die richtige Aussprache derselben, und drittens auf die
Haltung und Stellung des Körpers und insbesondere der Schwurhand.
Der Wortlaut der Eidesformel lässt sich für die Regel nach einem allgemeinen
Grundsätze abstrahieren, welcher allen Erklärungen im
Processe ihren Inhalt gibt, die sich auf eine vorausgegangene Processrede
beziehen. Solche retrospective, Siegel *) nennt sie bezügliche
Erklärungen, müssen nämlich genau mit der bezogenen übereinstimmen.
Handelt es sich also um einen Reinigungseid, so muss
derselbe den Tenor der Antwort in sich aufnehmen, die durch ihn
bewiesen werden soll. Lautete z. B. die Antwort: Istam lesionem
tibi non feci et iste qui super hoc festem se constituit nec vidit
nec audivit quod pnrntus sum desresnare, so hätte es nicht genügt,
wenn der Beklagte etwa geschworen hätte, dass das was er in seiner
Antwort behauptet habe, wahr sei. Die Eidesformel muste vielmehr
in folgender Weise gestellt werden: Hoc audias N. quod ego
tibi talem lesionem non feci nec testificntus vidit nec audivit si
me deus adiuvet et liec sacrosancta '-)■ Desgleichen mussten die
Kampfeide d. h. die Eide, welche dem gerichtlichen Zweikampf unmittelbar
vorausgingen den Worten des Kampfvertrags entsprechend
per verba duelli 3 ), de verbis de quibus duellum vadiatum fuerit 4 ),
verbis in ipsius vudii datione propositis 5 ) abgeschworen werden.
In Bezug auf das Detail der Eidesformalien dürfte ein weitgehender
Particularismus geberscht haben. Nur wenige Coutumes bieten
uns ein zusammenhängendes und anschauliches Bild derselben.
Da eine systematische Behandlung entweder diese Anschaulichkeit
abschwächen müsste, oder Gefahr laufen würde, in unbegründeter
v ) Gefahr 11.
2 ) §. 3 Somma II, 19.
s ) §. 7, Somma II, 2 vergl. mit §. 10 1. c.
*) §, 12, SommaII, 2.
*) Glanvilla §. 3, XIV, 1. Non potest alterutra partium verbis in ipsius vadii datione
propositis aliquid adjicere vel diminuere vel aliquatenus a proposito declinare vel
resilire quin pro victo habeatur et lege victi censeatur, was sieh freilich nicht
ausschliesslich auf die Kampfeide beziehen muss. §. 57 der Compilatio de usibus
Andegavie (Marnier,Usages d’Anjou): Se contens est des mous de la bataille, que
li uns die que eie fut jugee en une maniere et Fautre en autre maniere ... de la
bataille point ni a, car eie (die Partei, gegen welche der Record entschieden) chet
de la querele. Vgl. Li Livre des Droiz et des Comm. §.341, eine Quelle, welche
hier wie sonst oft aus den Usages d’Anjou geschöpft hat.