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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Brunne  r

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dieser  Fuites  besteht  darin,  dass  man  durch  unmerkliches  Verrücken ­
  des  Streitgegenstandes  ein  schiefes,  ein  irrelevantes  Urtheil
herbeifuhrt.  Zu  diesem  Zwecke  soll  der  Beklagte  sich  in  seiner  Erwiderung ­
  so  knapp  als  möglich  an  die  Worte  des  Klägers  halten.  Allein
zum  Schluss  seiner  Rede  bittet  er  nicht  um  ein  Urtheil  wörtlich  entgegengesetzt ­
  der  Urtheilsbitte  des  Klägers,  ne  s’aerde  pas  u  lui
d’esgart,  sondern  er  sagt  au  poser  sur  court  autre  chose  que  celle
que  son  aversaire  aura  dite  ')•  Merkt  der  Gegner  dass  der  Beklagte
in  dieser  Weise  ausweichen  will,  so  verlangt  er  qu’il  s’aerde  ä  son
esgart 2 ).  Übersieht  er  es,  si  passera  l'esgart  uuit,  “)  das  heisst  es
kann  kein  Urtheil  folgen,  das  dem  Kläger  frommt  und  den  Process
vorwärts  bringt,  weil  nur  eine  der  beiden  Parteien  sich  darauf  berufen ­
  hat  4 ).  I  e  a  n  d'Ib  e  1  i  n  findet,  dass  diese  fuite  n’est  pas  belle  5 )
und  Phi  lipp  von  Navarra  sagt  dass  man  sie  nicht  anwenden  solle,
se  graut  besoing  ne  li  feist  faire  ß )  Andererseits  ermahnt  er  den
Kläger 7 ),  sich  zu  hüten,  dass  nicht  er  seihst  aus  Versehen  se  mete
eil  esgart  qui  puisse  passer  uuit  s ).
Da  das  Urtheil  sich  stets  strenge  an  den  Wortlaut  der  Urtheilsbitte
anschliessen  musste,  so  konnte  der  Beklagte  —  wollte  er  die  Sache
O  Jean  d’Ibelin  eh.  34.  Cf.  Alu'ege  du  Livre  des  Ass.  de  la  Cour  des  Bourg.  p.  I,
ch.  10,  Beugnot  t.  II,  305  ...  et  quant  il  ce  vodra  pozer  sur  l’esgart,  que  il  ne  ee
preigne  pas  de  droit  a  ee  que  le  clainant  a  dit,  mais  que  il  ee  coslee  et  metre  ce  sur
l’esgart.  Vgl.  Wilken  Gesch.  der  Kreuzzüge  I.  389.
2 )  Jean  d’lb  ch.  47.
s )  vuyt,  vide,  vain,  inutile.  Dupin  et  Laboulaye,  Gloss.  s.  v.  vud.  Philippe  de  Navarre
ch.  89.  Beugnot  I  ,  p  562.  Siehe  unten  Note  8.
*)  Qui  se  poze  sur  court  en  -aufre  dit  que  en  eelui  de  son  aversaire,  l’esgard  passe
en  vud:  Clef  Art.  26,  und:  La  court  ne  deit  faire  esgart,  se  l’un  des  carellanz  ne
s’aert  a  1’autre:  So  der  Kläger,  welcher  verlangt,  dass  der  Beklagte  sich  an  die
Sache  halte.  Jean  d’Ibelin  ch.  47.
5 )  Jean  d’lh!  ch.  34.
6 )  Phil,  de  Navarre  ch.  89.
7 )  Ph.  de  Nav.  ch.  4.
8 )  Nicht  llllit,  wie  Beugnots  Text  p.  479  und  562  (Phil,  de  Nav.  ch.  4  und  ch.  89)  lautet.
In  Note  a  zu  Phil,  de  Nav.  ch.  4  versucht  Graf  Beugnot  vergeblich  die  Lesart
nuit  zu  erklären.  Les  mots  qui  puisse  passer  nuit’  semblent  indiquerque  le  demandeur
  doit  faire  tous  ses  efforts  pour  empecher  que  l'esgart  ne  soit  remis  du  jour
au  lendemain.  Das  Gezwungene  und  Unpassende  dieser  Auslegung  fühlt  Beugnot
selbst,  allein  er  findet  sich  mit  seinen  Bedenken  dadurch  ab,  dass  man  in  jenem
Passus  eben  nur  zu  sehen  habe  le  conseil  donne  au  demaudeur  de  presser  le
jugement  de  sa  requete  (!).  ln  Abrege  1,  c.  einer  Stelle,  welche  gegen  Ende  wie
            
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