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B r u n n e r
könne er hinterher nicht mehr zurücknehmen, il. . ne poooit deadire
ce quil avoit ja dit, non obstant qu’il fust eticore en la place et
qu'il respondist puh la parole dessus dicte, quar il avoit ja refase
ä respondre, dont il c'est mesfais.
IV. Die Gefahren des Rechtsganges im Allgemeinen
und das prendre ä point.
Das Zusammenwirken der drei erörterten Principien, nämlich der
Wortinterpretation, des Satzes fautes valent exploits und der
Umwandelbarkeit des vor Gericht gesprochenen Wortes musste die
Parteien in ihrer Bewegung vor Gericht auf das peinlichste einschnüren.
Ein unbedachtes Wort konnte zu Fall bringen. Das geringste
Versehen genügte und das beste Recht musste der Form zum Opfer
gebracht werden. Der Satz, den ein Dichter des 14. Jahrhunderts
gelegentlich seinem Helden in den Mund legt: Souvent pert-en son
plait d parier nicement *), mag sich im Rechtsleben nur zu häufig
bewahrheitet haben. So gut wie verloren war, wer ohne genaue
Kenntniss des Verfahrens in Einfalt und nur mit dem Bewusstsein
seines guten Rechtes neben einem geriebenen Gegner vor Gericht
stand. Man verdrehte ihm das Wort im Munde, ohne dass er es
merkte. Durch Finten getäuscht, ging er arglos dem Gegner in die
Falle oder er strauchelte aus Zufall über eines der zahlreichen Hindernisse,
welche der Rechtsgang darbot. Es galt als eine Kunst, ein
hon plaideor zu sein. Selbstbeherschung und Geistesgegenwart, Erfahrung
im Rechtsgang und Übung in der Rede wurden als dessen
unerlässliche Eigenschaften betrachtet. Zumal aber können die Quellen
es nicht genug betonen, wie es nöthig sei, vor Gericht sich die
volle Ruhe, das kalte Blut zu wahren, Zorn und Aufwallung zu vermeiden,
die den freien Blick umnebeln, Sinn und Verstand gefangen
nehmen. Qu’il se garde, räth Jean d'Ibelin dem Processredner, de
soi trop corroucier ne airier ne esmoveir en plaideant, que (parce
quej ces choses font tost tressaillir honte en desraison et li tolent
senz et connoissance 2 ). Und Beaumanoir erklärt es für eine un-*)
Chronique de Bertrand du Guesclin par Cuvelier trouvere du XIV. siede, tome
ir m % 259, v. 20914, in der Collection de doe. ined.
2 ) Jean d’Ib. ch. 26.