Beiträge zur Geschichte der Perlen.
653
In den Denkwürdigkeiten von ungewöhnlichen Dingen des Kreises
Nan-tscheu von Wan-schin wird gesagt:
In Hö-pu gibt es Leute des Volkes, welche es verstehen, im
Umherwandeln Perlen zu fischen. Kinder von zehn Jahren erhalten
Unterricht, wie sie in das Wasser tauchen und Perlen suchen können.
Die Obrigkeiten verboten dem Volke das Fischen der Perlen. Die
geschickten Diebe knieten auf dem Boden des Wassers nieder und
spalteten die Muscheln. Wenn sie eine gute Perle gefunden hatten,
verschluckten sie dieselbe und kamen wieder aus dem Wasser hervor.
In der Geschichte des Kreises Kuang-tscheu von Fei-schi
heisst es:
Die Augen des Wallfisches sind Perlen des glänzenden Mondes.
Deswegen sieht man, wenn er todt ist, an ihm keinen Augapfel.
In der Geschichte der Provinz Lin-yl wird gesagt:
Die hochstehenden Familien und einzelne Menschen in dem
Kreise Hoang-tscheu sind sehr reich. Sie besitzen viele glänzende
Perlen und verschiedene Kostbarkeiten.
In den Nachrichten von den Kostbarkeiten lautet die auf den
König von Wei bezügliche Stelle vollständig:
Hoei, König von Liang i), hatte einen Zusammenkunft mit Wei,
König von Tsi. Er hielt eine Jagd in Liang und fragte: Besitzt der
König von Tsi auch Kostbarkeiten? — König Wei sprach: Er besitzt
keine. — Der König von Liang sprach: Wenn mein Reich klein ist
und dennoch Perlen im Umfange von mehr als einem Zoll besitzt, von
denen je zehn die Vorderseite und die Rückseite von zwölf Wagen
beleuchten, auf welche Weise sollte da ein Reich von zehntausend
Wagen keine Kostbarkeiten besitzen?
König Wei sprach: Indem ich etwas für kostbar halte, bin ich
anderer Meinung als der König. Ich besitze Tan-tse. Wenn ich diesen
die Mauern des Südens bewachen lasse, so haben die Menschen von
Tsu nicht den Muth, zu plündern und im Osten etwas wegzunehmen.
Die zwölf Lehensfürsten an den Ufern des Sse. erscheinen an dem
Hofe. Unter meinen Dienern besitze ich I-tse. Wenn ich diesen das
Gebiet Kao-thang bewachen lasse, so haben die Menschen von
Tscliao nicht den Muth, östlich in dem Flusse zu lischen. Unter
meinen Angestellten besitze ich Kien-fu. Wenn ich diesen die Land-!
) Wei und Liang- hatten damals gleiche Bedeutung.