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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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P  f  i  z  in  a  i  e  r

In  der  Höhle  befand  sich  ein  Drache,  der  die  Fähigkeit  besitzt,
sich  in  fünftausend  Jahren  zu  verwandeln.  Derselbe  ging  bei  den
Menschen  aus  und  ein  und  verstand  sich  auf  die  Erklärung  der  um
die  Zeit  üblichen  Ausdrücke.  Als  die  Drachentochter  erfuhr,  dass  der
Kaiser  ihr  seine  Hochachtung  bezeigen  wolle,  vergalt  sie  dem  Kaiser
durch  drei  grosse  Perlen,  sieben  kleine  Perlen  und  einen  Scheffel
verschiedenartiger  Perlen.  Sie  befahl  Tse-tschün  und  dessen  Gefährten, ­
  ein  Drachengespann  zu  besteigen,  die  Perlen  aufzuladen  und  in
das  Reich  zurückzukehren.  Während  der  Zeit,  die  zu  einer  Mahlzeit
erforderlich  ist,  war  man  daselbst  angekommen.  Der  Drache  entfernte
sich  und  Tse-tschün  reichte  die  Kostbarkeiten  dar.
Der  Kaiser  hatte  grosse  Freude.  Er  freute  sich,  dass  er  mit  dem
Göttlichen  und  Wunderbaren  durch  Gesandte  verkehren  konnte  und
dass  er  die  Kostbarkeiten  der  Himmelsmenschen  erlangt  habe.  Er
zeigte  die  Perlen  dem  Fürstensohne  Khie.
Der  Fürstensohn  Khie  sprach:  Von  den  drei  Perlen  ist  die  eine
von  der  letzten  Gattung  der  dem  Wunsche  entsprechenden  Perlen  *)
des  Himmelskaisers.  Zwei  sind  von  der  mittleren  Gattung  der  Perlen  des
Drachen  Li.  Von  den  sieben  Perlen  sind  zwei:  Insektenperlen.  Fünf
sind  Perlen  der  Muscheln  des  Meeres,  die  unter  den  Menschen  diejenige ­
  der  ersten  Gattung  sind.  Die  verschiedenartigen  Perlen  sind
Perlen  von  Muscheln,  Krebsen,  Schlangen,  Störchen  und  andere.  Sie
sind  nicht  so  kostbar  wie  die  grossen  Perlen.
Der  Kaiser  zeigte  alles  seinen  Würdenträgern.  In  der  Vorhalle
des  Hofes  hielt  man  den  Fürstensohn  Khie  allgemein  für  einen  Betrüger ­
  und  Jeder  stellte  ihn  zur  Rede.  Der  Fürstensohn  Khie  sprach:
Der  Glanz  der  ersten  Gattung  der  dem  Wunsche,  entsprechenden
Perlen  leuchtet  in  derNacht  auf  einerStrecke  von  vierzig  Weglängen.
Bei  der  mittleren  Gattung  sind  es  zehn  Weglängen.  Bei  der  letzten
Gattung  ist  es  eine  Weglänge.  An  den  Orten,  die  der  Glanz  erreicht,
gibt  es  keinen  Sturm,  Regen,  Donner,  Hagel,  keine  Wasser-  und
Feuergefahr,  kein  Unheil  von  Schwertern,  Waffen,  Giften  und  Krankheiten. ­
  Die  Perlen  des  Li  sind  von  neun  Farben.  Ihr  Glanz  leuchtet
in  der  Nacht  auf  hundert  Schritte.  Bei  der  mittleren  Gattung  sind  es
zehn  Schritte.  Bei  der  letzten  Gattung  ist  es  ein  inneres  Haus.  An  den

V)  Jü-i-tschii,  die  dem  Wunsche  entsprechenden  Perlen,  d.  i.  Perlen  des  Rosenkranzes.
            
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