Beiträge zur Geschichte der Perlen.
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In dem Sumpfe Schin-schi, südlich von dem Berge Tung-ting,
ist eine abgelegene Höhle, deren Tiefe über hundert Fuss beträgt.
Wenn man seitwärts fünfzig Weglängen wandelt, gelangt man zu
dem Drachenpalast.
Der Fürstensohn Khie sagte: Die siebente Tochter des Drachenkönigs
des östlichen Meeres ist den Perlenvorräthen des Drachenkönigs
vorgesetzt. Ein kleiner Drache bewacht an tausend Thüren
diese Perlen. Der Drache fürchtet das Wachs. Er liebt die schönen
Edelsteine und das leere Grün •). Dabei verzehrt er gerne geröstete
Schwalben. Wenn man den Verkehr des Vertrauens eröffnet, so kann
man kostbare Perlen erlangen.
Der Kaiser war hierüber sehr erfreut. Er erliess eine höchste
Verkündung, worin er sagte, dass derjenige, der zur Gesandtschaft
verwendet werden könnte, reichlich belohnt werden würde. Drei
Brüder, unter ihnen Lo-tse-tschün, entsprachen dieser Aufforderung.
Der Kaiser befahl den Handwerkern, aus schönen Edelsteinen
von Yü-tien, Sehü und Ho-tschung zwei Umschläge zu verfertigen.
Man hob ihren Glanz durch Asche des Holzes der Bignonia. Man
suchte das „leere Grün“ von Siuen-tscheu, zog durch Einweichen
die reinsten Theile ab und versetzte sie mit Leim von Seefischen.
Nachdem man zwei Umschläge gebildet, härtete man sie im Feuer.
Man erwärmte sie mit Campher und setzte dieses auch fort.
Der Fürstensohn Khie sprach: Man bestreiche mit Wachs den
Leib, die Kleider und die Steine an dem Gürtelgehänge Tse-tschün’s
und seiner Gefährten. — Man röstete hierauf fünfhundert Schwalben
und trat in die tiefe Höhle.
Als man zu dem Drachenpalaste gelangte, spürte das die Pforte
bewachende kleine Krokodil den Geruch des Wachses. Es legte sich
auf den Boden und hatte nicht den Muth, sich zu rühren. Man bestach
es mit hundert gerösteten Schwalben und hiess es durch das Dargereichte
den Verkehr eröffnen, indem man dasselbe der Drachentochter
zum Geschenk machte. Die Drachentochter verzehrte es und hatte
grosse Freude. Man reichte ihr ausserdem die Umschläge aus Edelsteinen
und das „leere Grün“. Dabei trug man ihr den Wunsch des
Kaisers vor.
1 ) Das leere Grün (khung-tsinj*) heisst ein Baum, der mit der Fichte Ähnlichkeit hat.