Beiträge zur (jeschichte der Perlen.
647
Der Kaiser fragte Tung-fang-so. So sprach: Auf dem Boden
des Flusses gibt es Höhlen, deren Tiefe mehrere hundert Klafter
beträgt. In ihnen lebt eine rothe Biene. Dieselbe bringt diese Perlen
hervor.
In den Verzeichnissen des Dunklen und Hellen heisst es ferner:
Warig-tschün berief U-meng zu sich. Meng gelangte zu der
Mündung des Stromes und trat in das Wasser. Man befahl den Leuten
des Schiffes, das Schiff vorwärts zu treiben. Als man nach Ta-lui
gelangte, sah man Meng, der in dem Wasser einherging. Er kehrte
von Nordosten zurück. Die Schüler in dem eutgegenziehenden Schiffe
fragten ihn um die Ursache. Meng sagte, der Wassergott habe mehrmals
hohe Wellen aufgethürmt und ihm auf dem Wege geschadet.
Endlich habe er ihm versprochen, sie zu bändigen und habe ihm zur
Beglaubigung eine Handvoll echter Perlen gegeben.
In der Geschichte der drei Thsin heisst es:
In dem Grabhügel des Kaisers des Anfangs bildete man aus den
in der Nacht glänzenden Perlen die Sonne und den Mond. In der Vorhalle
hängte man die Perlen des leuchtenden Mondes auf. Dieselben
verbreiteten Tag und Nacht glänzendes Licht.
ln dem besonderen Verzeichnisse der drei Schutzwehren (sanfu-kiue-lö)
heisst es:
In dem Teiche Kuen-ming befindet sich ein Gott. Der Teich
steht in Verbindung mit der Hochebene des weissen Hirsches. Ein
Mensch angelte Fische. Seine Angelschnur riss und ging verloren.
Es träumte ihm, dass er von dem Kaiser Wu von Han den verlornen
Angelhaken begehren solle. Am nächsten Tage vergnügte sich der
Kaiser an dem Teiche. Er sah einen grossen Fisch, der in dem Munde
eine Schnur hielt. Der Kaiser sprach: Sollte dies das Traumgesicht
sein? — Er nahm die Schnur und liess den Fisch los. Nach drei
Tagen fand er an dem Ufer des Teiches ein paar glänzende Perlen.
Der Kaiser sprach: Sollte dies die Vergeltung des Fisches sein?
In den in die Liebe zu dem Fernen versenkten Denkwürdigkeiten
des südlichen Yue (tschin-lioai-yuen-nan-yue-tschi) wird gesagt:
Es gibt neun Gattungen Perlen. Nach ihrer Grösse, welche fünf
Linien und darüber bis einen Zoll und acht Linien beträgt, theilt man sie
in acht Gattungen. Diejenigen, die ein glänzendes Farbenspiel zeigen,
auf einer Seite eine kleine Fläche besitzen und Ähnlichkeit mit einem
umgestürzten Kessel haben, heissen mit Namen: Perlen der Ohrge-