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P f i /. ni a i e r
In den Überlieferungen von charakterfesten Frauen (lie-niütschuen)
heisst es:
Der Befehlshaber von Tschü-yai starb im Besitze seines Amtes.
Seine Gattin und sein Sohn begingen die Trauer und kehrten in die
Heimat zurück. Das Gesetz von Han lautete: Wer Perlen überden
Gränzpass schmuggelt, wird mit dem Tode bestraft. — Die Gattin
warf die Perlen, welche sie um die Arme gewunden hatte, weg. Der
neun Jahre alte Sohn fand an ihnen Gefallen und nahm sie zu sich.
Er legte sie in das Spiegelbehältniss seiner Mutter. Die Mutter wusste
davon nichts.
Als sie zu dem Gränzpass kamen, suchten die Angestellten nach
Schleichwaaren und fanden die Perlen. Sie fragten, wer des Verbrechens
schuldig sei. Thsu, der Sohn der früheren Gattin, sprach:
Ich bin dieses Verbrechens schuldig. — Die Stiefmutter wandte sich
mit Bitten an die Angestellten und sprach: Es ist ein Glück, dass ich
das Kind nicht zu beschuldigen brauche. Es weiss in Wahrheit nichts
davon. Ich bin des Verbrechens schuldig. — Thsu sprach wieder:
Die Edelfrau dauert mein Zustand als Waise, sie will mich nur am
Leben erhalten. — Dabei klagte und weinte er. Unter den Anwesenden
war Niemand, dem nicht in schmerzlicher Erregung die Thränen
herabiielen.
Die Angestellten des Gränzpasses ergriffen den Pinsel, konnten
aber kein einziges Wort zu Stande bringen. Sie sprachen endlich:
Da Mutter und Sohn von solcher Rechtschaffenheit sind, sollten wir
sie wohl eines Verbrechens beschuldigen wollen? Wir bringen es
nicht über uns, die Schrift aufzusetzen. Auch wird Einer zu Gunsten
des Andern verzichten, wie könnten wir da wissen, wer im Recht
ist? — Sie warfen die Perlen weg und schickten Jene fort.
In den Überlieferungen der göttlichen Unsterblichen heisst es:
Die Muhme von Ma wollte die Mutter Tsai-king's und das Weib
von King's jüngerem Bruder besuchen. Das Weib des jüngeren Bruders
hatte erst vor etwa zehn Tagen geboren. Die Muhme von Ma
erblickte sie von ferne und sprach: Bleibe einstweilen stehen und
tritt nicht vorwärts. — Sofort begehrte sie eine kleine Menge Reis
und warf diesen auf die Erde. Indess sie auf den Reis blickte, wie er
auf die Erde fiel, hatte er sich in Perlen verwandelt. Fang-ping
sprach lachend: Die Muhme ist von Jahren jung, ich bin schon alt.