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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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P  f  i  z  ni  a  i  e  r

Zu  den  Zeiten  der  Kaiserin  Ho-hi  hatte  man  eben  grossen  Kummer ­
  gehabt.  Die  Gesetze  und  Verbote  waren  noch  nicht  in  Wirksamkeit. ­
  In  dem  Palaste  verlor  man  ein  Kästchen  grosse  Perlen.  Der
Name  des  Besitzers  war  nicht  angegeben.  Die  Kaiserin  besichtigte
in  eigener  Person  die  Bewohnerinnen  des  Palastes.  Sie  befragte  und
untersuchte  eine  nach  der  anderen  und  forschte  in  den  Zügen  ihres
Angesichts,  um  daselbst  den  Ausdruck  von  Redlichkeit  und  Treue  zu
entdecken.  Diejenige  unter  den  Bewohnerinnen  des  Palastes,  welche
die  Perlen  gestohlen  hatte,  bekannte  auf  der  Stelle.
In  dem  Buche  der  späteren  Han  von  Sie-sching  wird  gesagt:
Meng-tschang  ward  Statthalter  von  Ho-pu.  In  dieser  Provinz
war  es  Sitte,  Perlen  zu  suchen  und  sie  gegenBeisfrucht  umzutauschen.
Um  diese  Zeit  waren  die  Angestellten  von  zweitausend  Scheffeln  habsüchtig ­
  und  schmutzig.  Sie  hiessen  die  Leute  Perlen  suchen  und  nahmen ­
  dasjenige,  was  gesammelt  wurde,  in  Besitz.  Die  Perlen  wurden
plötzlich  fortgeschafft  und  es  gab  in  Hö-pu  keine  Perlen.  Die  Menschen, ­
  welche  den  Hungertod  starben,  erfüllten  die  Wege.  Mengtschang
  bewirkte  Umgestaltungen  in  dem  Vorgehen.  Binnen  einem
Jahre  waren  die  Perlen,  welche  man  fortgeschafft  hatte,  wieder  zurückgekommen. ­

Dasselbe  Buch  der  späteren  Han  sagt:
Li-king  von  Ju-nan  übersiedelte  in  seiner  Jugend  nach  Tschao
als  Selave  des  Beichsgehilfen.  In  einem  Mauseloche  fand  er  eine
Schnur  Perlen  und  Ohrringe,  welche  mit  einander  zusammenhingen.
Er  fragte  desshalb  den  Tschü-pu  (den  Vorsteher  der  Begister  des
Districtes).  Der  Tschü-pu  sprach:  Die  Gemalin  des  früheren  Reichsgehilfen ­
  verlor  einst  Perlen.  Man  wusste  nicht,  wo  sie  sich  befinden,
und  der  Reichsgehilfe  hatte  das  Weib  seines  Sohnes  im  Verdachte,
sie  entwendet  zu  haben.  Er  entfernte  daher  das  Weib.  —  King  überbrachte ­
  die  Perlen  dem  früheren  Reichsgehilfen.  Der  Reichsgehilfe
schämte  sich  und  Hess  das  Weib,  das  er  entfernt  hatte,  zurückkehren.
In  demselben  Buche  der  späteren  Han  wird  gesagt:
Iloang-hiang  von  Yü-tschang  wandelte  am  frühen  Morgen  auf  dem
Wege.  Er  fand  einen  Sack  Perlen  und  Edelsteine,  deren  Werth  über
dreihundert  Myriaden  >)  betragen  mochte.  Er  suchte  den  Eigenthümer
und  gab  sie  ihm  zurück.  Der  Eigenthümer  wollte  sich  Iliang  erkennt-*)

  Dreihundertmal  zehntausend  Kupfermünzen.
            
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