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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Perlen.

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Mutter  etwas  für  ihn  bewachte  und  verbarg.  Die  Sklavin  sagte,  dass
er  zehn  Scheffel  weisse  Perlen  gestohlen  habe.
In  dem  Buche  der  späteren  Han  heisst  es:
Die  Perle  ist  die  in  der  Muschel  befindliche  verborgene  Seele.
Perlenglänzend  (ti-li)  ist  die  Farbe  der  glänzenden  Perlen.  Eine  Tropfperle ­
  (ki')  ist  eine  Perle,  welche  nicht  rund  ist.  Fu-yü  bringt  Perlen
von  der  Grösse  der  sauren  Datteln  hervor.
Die  Geschichte  der  Han  von  der  östlichen  Warte  i)  sagt:
Im  vierten  Jahre  des  Zeitraumes  Yung-kien  (129  n.  Chr.)  machte
Wen-lung,  Statthalter  von  Han-yang,  grosse  Perlen  zum  Geschenk.
Eine  höchste  Verkündung  sagte:  Innerhalb  der  Meere  ist  Neigung
zu  Unglücksfällen  und  Seltsamkeiten,  aber  Lung  befasst  sich  nicht
mit  Redlichkeit,  er  lässt  ab  von  der  Wahrhaftigkeit  und  führt  die
Glückszeichen  der  glänzenden  Perlen  herüber,  indem  er  sich  dadurch
einzuschmeicheln  sueht.  —  Der  Kaiser  befahl  sie  zu  versiegeln  und
schickte  sie  sofort  zurück.
Dieselbe  Geschichte  der  Han  sagt:
Zu  den  Zeiten  Hien-tsung’s 3 )  war  Tschung-li-I  der  Vorsteher
der  Bücher.  Um  diese  Zeit  wurde  der  Statthalter  von  Kiao-tschi  angeklagt, ­
  Werthe  im  Betrage  von  tausend  Pfunden  Goldes  veruntreut
zu  haben.  Er  ward  zurückberufen  und  nach  dem  Gesetze  schuldig  gefunden. ­
  Man  vertheilte  sein  Besitzthum  als  Geschenk  unter  die  Würdenträger. ­
  I  erhielt  Perlen  und  Tropfperlen.  Er  liess  diese  sämmtlich
auf  die  Erde  gleiten  und  bedankte  sich  nicht  für  das  Geschenk.  Der
Kaiser  wunderte  sich  darüber  und  fragte  ihn  um  die  Ursache.  I  erwiederte:
  Khung-tse  ertrug  den  Durst  bei  dem  Wasser  der  Diebsquelle. ­
  Tseng-san  liess  den  Wagen  umkehren  bei  dem  Strassenthore
„die  Mutter  überragen“.  Sie  hatten  einen  Abscheu  vor  den  Namen.
Für  diese  veruntreuten  unreinen  Gegenstände  getraue  ich  mich  in
Wahrheit  nicht,  mich  zu  bedanken.
Der  Kaiser  rief  aus:  Rein  sind  die  Worte  des  Vorstehers  der
Bücher!  —  Erbeschenkte  I  wieder  mit  dreissig  Myriaden  Kupferstücken ­
  der  Rüstkammer.
In  derselben  Geschichte  der  Han  wird  gesagt:

*)  Tung-kuan-han-ki.
z )  Hien-tsung  ist  ein  Theil  des  Tempelnamens  des  Kaisers  Ming  aus  dem  Hause  der
späteren  Han.
            
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