578
Schulte
Auch über diesen Canonisten finde ich weder bei Colle noch
in den bekannten literarhistorischen Werken Notizen.
56. —Nr. 374., Fol. maj., membr., saec.XIV. „Incipit über primus
operis cantoris Parisiensis magistri Petri Remensis de poenitentia
et partibus eins. Verbum abreviatum fecit dominus super
terram.“ 7 Bücher. Über den Verfasser, „b. Mariae Paris iensi s
Can. et Cantor“siehe Oudin de seriptor. eccles. II.col.1660—66;
er starb 1197. Oudin gibt Handschriften und eine Ausgabe (Montibus
Hannoniae. 1639. 4.) an. Maassen (Beiträge zur Geschichte
der jur. Literatur. Wien 1857, S. 27. Note 1) hat in einem Codex
Berufungen der Glosse auf ihn gefunden. Diese haben wohl obiges
Werk im Äuge, da sich nirgends eine Spur davon findet, dass er das
Dekret glossirt habe.
57. — Nr. 374. Ein zweiter Band, ebenfalls Fol. maj., membr.,
saee. XIV., enthält;
a. Das oben beiGöttweig 10. aufgeführte Werk, anfangend: „Cum
miserationes domini.“ Ende: „Explicit summa juris.“
b. „Ine. Innocentius magnus de missa. Tria sunt, in quibus.“
58. — Nr. 655., Fol., membr., saec. XIII. enthält 164 Blätter
mit 2 Columnen zu durchgehends 45 Zeilen. Das Pergament ist dick,
hat viele Löcher und ist an manchen Stellen zusammengenäht. Er
enthält die vollständige Summa des Johannes Faventinus zum
Dekrete Gratians.
Die mit rothen Buchstaben gemachte Überschrift lautet:
„Incipit praefatio in decreta magistri G. a magistro Jo.Faventino
canonice ac dilucide edita ex duabus summis Ruffini et Stephani utili
artificiosoque excepta“ (offenbar moclo ausgelassen).
Am Rande sind, jedoch nicht sehr zahlreiche, Bemerkungen
zugeschrieben, welche bald Citate aus dem Dekrete, bald auch
Erklärungen, kurze Zusammenstellungen u. dgl. enthalten. Über die
Geschichte des Codex lässt sich aus ihm nichts entnehmen; von
einer Hand des 15. Jahrhunderts ist am untern Rande der ersten und
letzten Seite geschrieben: „Lib’ S.M. (ariae) in newnb'ga claustli.“
Über des Job. Faventinus Summa hat nach zwei Handschriften
[Münch ner Cod. latin. 3873 (Aug. eecl. 173) undBamberger
P. II. 27.], welche beide dem 14. Jahrhundert angehören, berichtet
Maassen in den Sitzungsberichten der historisch-philosophischen
Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften vom J. 1857,