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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

S2t

Man  gräbt  Höhlen  und  wohnt  in  ihnen.  Die  Öffnung  derselben
ist  nach  oben  gekehrt  und  man  geht  daselbst  mit  Hilfe  von  Leitern
aus  und  ein.
Es  war  eine  Gattin,  welche  sich  nach  aussen  einer  Ausschweifung ­
  schuldig  machte.  Man  meldete  es  ihrem  Manne.  Der
Mann  tüdtete  die  Gattin,  aber  es  reute  ihn  später,  und  er  tödtete  den
Angeber.  Seit  dieser  Zeit  wagt  man  es  durchaus  nicht,  geheime
Verbindungen  und  Ausschweifungen  zu  verrathen.
Die  Einwohner  sind  gute  Schützen,  welche  das  Schiessen  und
die  Jagd  als  ein  Gewerbe  betreiben.  Ihre  hörnernen  Bogen  sind  drei
Schuh  lang.  Die  Pfeilschafte  sind  einen  Schuh  und  zwei  Zoll  lang.
Im  siebenten  oder  achten  Monate  des  Jahres  bereiten  sie  regelmässig
Giftstoffe,  welche  sie  auf  die  Pfeile  streichen  und  damit  die  Vögel
und  wilden  Thiere  schiessen.  Was  von  ihnen  getroffen  wird,  stirbt
auf  der  Stelle.  Wenn  sie  Giftstoffe  sieden,  ist  auch  der  Dunst  im
Stande,  Menschen  zu  tödten.
In  denselben  Geschichtschreibern  des  Nordens  wird  gesagt:
In  dem  Zeiträume  Yen-hing  (471  bis47S  n.  Chr.)  schickte  das
Reich  We-ke  einen  Gesandten,  Namens  Yi-li-tschi  an  den  Hof  mit
Geschenken.  Im  Anfänge  des  Zeitraumes  Tai-ho  (477  bis  499  n.  Chr.)
schickte  es  wieder  als  Tribut  fünfhundert  Pferde.  Yi-Ii-tschi  gab  an,
dass  er  bei  dem  Auszuge  aus  seinem  Reiche  ein  Schiff  bestieg  und
im  Westen  des  Flusses  hei  den  Brandungen  hinauffuhr.  Als  er  endlich ­
  weiter  aufwärts  zu  den  Uferbänken  gelangte,  brachte  die  Strömung ­
  des  Flusses  sein  Schiff  zum  Sinken.  Er  verliess  den  Fluss  an
dessen  südlicher  Seile,  reiste  zu  Lande  und  übersetzte  den  Fluss
Lö-ku.  Von  der  westlichen  Gränze  des  Reiches  KI-tan  drang  er
hierauf  nach  Ho-lung.
Daselbst  sagte  man  ihm,  dass  dieses  Reich  früher  zehn  Niederlassungen ­
  von  Kao-keu-Ii  zerstört  habe.  Man  habe  im  Geheimen
mit  Pe-tsi  einen  Plan  entworfen,  dem  gemäss  man  auf  den  Wasserstrassen ­
  ausziehen  und  mit  vereinter  Macht  Kao-li  wegnehmen  wolle.
Der  Gesandte  Yi-li-fschi  machte  den  Antrag,  dass  das  grosse  Reich
zu  Rathe  gehe,  oh  dieses  sein  dürfe  oder  nicht.
In  einer  höchsten  Verkündung  wurde  Folgendes  befohlen:  Die
drei  Reiche  sind  in  Gemeinschaft  die  Zugetheilten  an  den  Gehägen.
Es  ziemt  sich,  dass  sie  mit  einander  in  Frieden  leben  und  nicht
wechselseitig  Einfälle  machen  und  Unruhe  erregen.
            
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