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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

bilden  einen  schuhlangen  Streif,  mit  dein  man  die  Vorderseite  bedeckt. ­

Was  die  Gebräuche  bei  Heiraten  betrifft,  so  steckt  der  Mann
eine  Feder  auf  das  Haupt  des  Weibes.  Ist  das  Weib  einverstanden,
so  nimmt  es  dieselbe  in  die  Hand  und  kehrt  heim.  Hierauf  folgt  die
regelmässige  Bewerbung.  Die  Weiber  sind  züchtig,  die  Mädchen
jedoch  ausschweifend.  Man  schätzt  die  rüstigen  Leute  und  verachtet
die  Greise.  Die  Witwen  bleiben  in  ihrem  Stande  durch  ihr  ganzes
Leben  und  vermälen  sich  nicht  wieder.
Die  Bewohner  sind  von  Gemüthsart  böse  und  tollkühn.  Sie
schätzen  es  an  Anderen,  wenn  diese  über  nichts  betrübt  sind  und
um  nichts  trauern.  Bei  dem  Tode  der  Eltern  wehklagen  die  Söhne
nicht.  Wenn  einer  wehklagt,  so  sagt  man  von  ihm,  dass  er  nicht
tapfer  sei.  Alle,  die  etwas  stehlen  oder  Gegenstände  verhehlen,
werden  ohne  Rücksicht  auf  die  Höhe  des  Betrages  hingerichtet.  Selbst
unter  denjenigen,  die  in  Einöden  wohnen,  kommen  daher  solche
Vergehen  nicht  vor.
Die  Todten  werden  noch  an  dem  Tage  ihres  Ablebens  auf  freiem
Felde  angemessen  begraben.  Man  fällt  einen  Baum  und  verfertigt
einen  kleinen  äusseren  Sarg.  Hierauf  tödtet  man  eine  Anzahl  Schweine
und  schichtet  sie  über  den  äusseren  Sarg.  Bei  Reichen  sind  es
einige  Hunderte,  bei  Armen  einige  Zehente,  und  man  betrachtet  sie  als
Mundvorräthe  des  Verstorbenen.  Nachdem  man  Erde  darüber  gedeckt, ­
  wird  ein  Strick  an  das  Kopfende  des  äusseren  Sarges  gebunden
und  über  der  Erde  hervorgezogen.  Man  begiesst  ihn  mit  Gaben
Weines,  und  erst  wenn  der  Strick  gänzlich  verfault  ist,  hört  man
damit  auf.  Zu  unbestimmten  Zeiten  wird  ein  Opfer  dargebracht.
Die  Bogen  von  Sandelholz  sind  drei  Schuh  fünf  Zoll  lang.  Die
Pfeile  aus  dem  Holze  des  Baumes  Hu  sind  einen  Schuh  und  eine
Spanne  lang.  Man  hat  steinerne  Pfeilspitzen  und  Panzer  von  Häuten
und  Knochen.  Die  Berge,  wo  die  Steine  für  die  Pfeilspitzen  gefunden
werden,  liegen  im  Nordosten  des  Reiches.  Wenn  man  sie  nimmt,  betet
man  früher  zu  den  Göttern.  Die  Steine  sind  scharf  und  dringen  in  das
Eisen.
We-ke.
Das  Buch  der  späteren  Wei  sagt:
Das  Reich  We-ke  liegt  im  Norden  von  Kao-keu-li  und  ist  das
alte  Reich  Sü-schin.  Es  ist  von  Lö-yang  fünftausend  Weglängen
            
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