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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

S11

Zur  Zeit  als  die  Feste  Liao-tung  angegriffen  und  zum  Falle
gebracht  wurde,  waren  eben  in  derselben  vierzehntausend  Menschen
weggenommen  und  zu  Sclaven  gemacht  worden.  Man  schickte  sie
nach  Yeu-tscheu,  sammelte  sie  daselbst  und  war  Willens,  sie  als
Belohnung  unter  die  Heerführer  und  Krieger  zu  vertheilen.  Tai-tsung
bedauerte,  dass  Väter,  Mütter,  Gattinnen  und  Kinder  eines  Morgens
getrennt  und  zerstreut  werden  sollten.  Er  befahl  den  Inhabern  der
Vorsteberämter,  deren  Preis  zu  berechnen  und  sie  mit  Leinwand  und
Seidenstoffen  loszukaufen.  Sie  wurden  somit  begnadigt  und  zu  den
Menschen  des  Volkes  gezählt.  Die  Töne  des  Frohlockens  dieser
Menge  waren  nach  drei  Tagen  noch  nicht  verstummt.
Dasselbe  Buch  der  Thang  sagt:
Im  zwanzigsten  Jahre  des  Zeitraumes  Tsching-kuan  (646  n.
Chr.)  schickte  Kao-li  einen  Gesandten  und  entschuldigte  seine  Vergehen. ­
  Zugleich  machte  es  zwei  schöne  Mädchen  zum  Gesckenk.  Taitsung
  sprach  zu  dem  Gesandten:  Wenn  du  heimkehrst,  sage  deinem
Gebieter:  Die  Schönheit  ist  etwas,  das  die  Menschen  schätzen.
Was  mir  zum  Geschenk  gemacht  wurde,  ist  in  Wahrheit  schön  und
zierlich.  Ich  bedauere,  dass  sie  von  Vater,  Mutter  und  Brüdern
getrennt  sind,  die  in  ihrem  Beiclie  Zurückbleiben  und  ihrer  Verwandten ­
  vergessen.  Dass  ich  ihre  Schönheit  liebe,  aber  ihre  Herzen  verwunde, ­
  nehme  ich  nicht  auf  mich.  —  Er  schickte  sie  wieder  zurück.
Dasselbe  Buch  der  Thang  sagt:
Im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Kien-fung  (666  n.  Chr.)  schickte
der  König  von  Kao-li  seinen  Sohn,  der  an  dem  Hofe  eintrat.  Es
wurde  ihm  eine  Rangstufe  über  derjenigen  des  Tai-san  zugewiesen.
In  demselben  Jahre  starb  Kai-su-wen,  und  sein  Sohn  Nan-seng
folgte  ihm  als  Mö-li-tschi.  Derselbe  stand  mit  seinen  jüngeren  Brüdern
Nan-kien  und  Nan-tschan  auf  keinem  guten  Fusse,  und  diese  wurden
von  ihm  vertrieben.  Auf  ihrer  Flucht  bemächtigten  sie  sich  der  Feste
im  Inneren  des  Reiches,  die  sie  auf  Tod  und  Leben  vertheidigten.
Diese  Söhne  machten  die  Feste  zum  Geschenk,  begaben  sich  zu  der
Thorwarte  und  verlangten,  dass  man  sie  bedauere.  Im  eilften  Monate
des  Jahres  erhielt  Li-tsI,  Fürst  des  Reiches  Ying,  den  Befehl,  Kötai-fung
  und  Anderen  voranzugehen  und  die  Eroberung  zu  bewerkstelligen. ­

Im  zweiten  Monate  des  zweiten  Jahres  des  oben  genannten  Zeitraumes ­
  (667  n.  Chr.)  erreichte  Tsi  die  neue  Feste  und  sprach  zu
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LVII.  Bd.  I(.  Hft.  33
            
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