Nachrichten von den alten Bewohnern des heutigen Corea.
SOI
Getreide. Die herumstreifenden Menschen entrichten in drei Jahren
einmal Abgaben, wobei zehn Menschen in Gemeinschaft ein Stück
feine Leinwand bringen. Die Strafen und Gesetze sind streng und
Verbrecher sind selten.
Unter den Musikwerkzeugen gibt es Lauten mit fünf Saiten,
Cithern, Flöten, eine Art Pfeifen, die in der Quere geblasen werden,
und Trommeln. Man bestimmt den Ton durch das Blasen
eines Rohres.
In jedem Jahresanfänge versammelt man sich zu Spielen an den
Ufern des Flusses Kiü. Der König besteigt eine Sänfte, und die in
Reihen stehenden mit Federn geschmückten Menschen sind die Zuschauer.
Nach Beendigung der Spiele steigt der König mit den
Kleidern in den Fluss und theilt die Menge zur Rechten und Linken
in zwei Abtheilungen. Dieselben besprengen sich gegenseitig mit
Wasser, bewerfen sich mit Steinen und verfolgen sich gegenseitig
unter Rufen und Schreien. Nachdem sich dies dreimal wiederholt,
hört man auf.
Die Bewohner sind von Gemüthsart sehr falsch und hinterlistig.
Die Ausdrucksweise in ihrer Sprache ist niedrig und unrein. Sie
machen keinen Unterschied zwischen Nahestehenden und Fernstehenden.
Väter und Söhne baden sich gemeinschaftlich, sie haben
gemeinschaftliche innere Häuser und Schlafzimmer. Man liebt den
Gesang und den Tanz.
Im zehnten Monate des Jahres bringt man regelmässig das
Opfer für den Himmel. Bei öffentlichen Zusammenkünften bedient
man sich der goldgestickten Seidenstoffe für die Kleidung lind
schmückt sich mit Gold und Silber. Die Bewohner kauern gern auf
den Boden. Für die Speisen bedient man sich der Hackbreter und
der Tafeln. Das Land bringt drei Schuh hohe Pferde hervor. Man
sagt, dass dieselben von den Pferden abstammen, die Tschü-mung
geritten, es sind aber in Wahrheit untergeordnete Pferde.
Es ist Sitte, die Ausschweifung zu schätzen, und man hält diese
nicht für schimpflich. Es gibt viele herumschweifende Mädchen, der
Mann hat keine beständige Verbindung. In den Nächten versammeln
sich Männer und Weiber schaarenweise und tändeln. Es gibt dabei
keine Beschränkung durch den vornehmen oder niedrigen Stand.
Bei Heiraten führt man sich, wenn Männer und Weiber an
einander Gefallen finden, in dem Hause des Mannes zu Schweinefleisch