Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

493

Kao-keu-li.
Das  Buch  der  späteren  Han  von  Fan-hoa  sagt:
In  dem  Reiche  Kao-keu-Ii  ist  man  massig  im  Essen  und  Trinken
und  befasst  sind  gern  mit  der  Einrichtung  der  Paläste  und  Häuser.
Die  Sitten  sich  ausschweifend,  man  liebt  allgemein  die  Reinlichkeit.
In  den  Nächten  versammeln  sich  Männer  und  Weiber  ohne  Umstände
in  Schaareri  und  belustigen  sich  mit  Musik  und  Tanz.
In  der  kurzen  Darstellung  des  Hauses  Wei  (ivei-lio)  wird
gesagt:
Das  Reich  Kao-keu-li  liegt  tausend  Weglängen  östlich  von
Liao-tung.  Der  König  hat  seine  Hauptstadt  an  dem  Fusse  des  Hoantu.
  Der  Umfang  des  Landes  beträgt  zweitausend  Weglängen,  die
Thiiren  des  Volkes  sind  drei  Myriaden.  Es  gibt  viele  Berge  und
Wälder,  aber  keine  Quellen  und  Sümpfe.  Das  Reich  ist  arm  und
dürftig.  Von  dem  Boden  erheben  sich  Paläste  und  Häuser.  In  den
Tempeln  opfert  man  den  Sternen  und  den  Landesgöttern.
Die  Gewohnheiten  sind  sehr  unselig.  Man  hat  Freude  an  Plünderung ­
  und  Raub.  Unter  den  obrigkeitlichen  Personen,  die  in  dem
Reiche  eingesetzt  sind,  gibt  es  Siang-kia  (beobachtende  Hinzugegebene), ­
  Tui-lu,  Pei-tsche,  Ku-tseu-kia  (Hinzugegebene  von  Kutseu).
  Man  hat  überall  Abstufungen  für  den  vornehmen  und  den
gemeinen  Stand.
Man  erwählte  die  Könige  ursprünglich  aus  dem  Gesehlechte
Nu-pu.  Als  dieses  Geschlecht  allmälig  schwach  wurde  und  verkümmerte, ­
  entfernte  man  es.  Jetzt  ersetzt  man  es  durch  das  Geschlecht ­
  Kuei-leu.  Die  grossen  Häuser  treiben  keinen  Ackerbau.
Die  untergeordneten  Familien  werden  gleich  den  Sclaven  mit  den
gesammelten  JTbgaben  beschenkt.  Man  liebt  Gesang  und  Tanz.  Die
Bewohner  haben  Freude  am  Knien  und  an  Verbeugungen.  Sie  strecken
dabei  einen  Fuss  aus,  worin  sie  sich  von  den  Bewohnern  von  Fu-yü
unterscheiden.  Ihr  Einhersehreiten  ist  immer  ein  Laufen.  •
Im  zehnten  Monate  des  Jahres  versammelt  man  sich  zu  dem
Opfer  für  den  Himmel.  Man  nennt  dies  den  Vertrag  des  Ostens
(tung-mingj.  Bei  einem  Feldzug  opfert  man  ebenfalls  dem  Himmel.
Man  tödtet  ein  Rind  und  betrachtet  dessen  Klauen,  indem  man  dadurch ­
  Glück  oder  Unglück  vorhersagt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.